2014 besuchten rund 335.000 Menschen aller Altersklassen die gamescom. Für den Jugendschutz sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Quelle: gamescom
veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2018

USK Prüfstatistik 2017: Stabilität und Wachstum

Teilen auf:

Vor ihrer Veröffentlichung in Deutschland durchlaufen Computer- und Videospiele eine kritische Prüfung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Ohne diese Prüfung gibt es keine Alterseinstufung und somit auch keinen Platz in den Regalen deutscher Händler. Für 2017 liegt nun die USK Prüfstatistik vor, die mit beeindruckenden Zahlen daher kommt.

USK Prüfstatistik: Wie viele Alterskennzeichen wurden 2017 vergeben?

In den vergangenen Jahren nahm die Anzahl der Altersfreigaben nach “klassischen” Prüfungen kontinuierlich ab. Gleichzeitig wuchs der Markt für Online-Spiele und Apps. Der Rückgang ist gestoppt, das Wachstum im Online Bereich ging allerdings weiter. Laut USK Prüfstatistik 2017 wurden die unglaubliche Zahl von insgesamt rund 2,5 Millionen neuen Alterskennzeichen vergeben, was einen Anstieg um fast 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ausmacht (2016: rund 1,5 Millionen). Davon waren “nur” 1.650 klassische Altersfreigaben für Computer- und Videospiele.

IARC sichert einen effektiven Jugendmedienschutz

Der große Zuwachs lässt sich nicht zuletzt auf die Erweiterung des globalen IARC-Systems (International Age Rating Coalition) um die südkoreanische Selbstkontrolle GRAC zurückführen, die den Aktionsradius des IARC-Systems international erheblich erweiterte. Die immense Zahl zeigt, wie wichtig das IARC-System für einen funktionierenden nationalen wie internationalen Jugendschutz ist. Ohne das IARC-System wären diese Apps und Spiele wohl kaum zu bewältigen und würden ohne weiterführende Informationen für Eltern angeboten.

Klassische Prüfverfahren nehmen weiter ab

Seit 1994 schloss die USK über 40.000 klassische Prüfverfahren ab. Davon wurden alleine im vergangenen Jahr 1.647 Altersfreigaben auf Grundlage des Jugendschutzgesetzes erteilt. Nicht ganz so viele wie beispielsweise noch im Jahr 2015 — da waren es noch 1.828 Prüfungen oder 2014 mit 2.014 Prüfungen. Grund für die sinkenden Zahlen ist nicht etwa ein Rückgang an Neuerscheinungen, sondern dass der klassische Handel stetig an Bedeutung verliert und im Gegenzug digitale Distributionswege weiter ausgebaut werden.

USK_Alterskennzeichen1

“USK ab 12” als meistvergebene Kennzeichnung

Laut der Prüfstatistik blieb die Verteilung der Altersfreigabe insgesamt konstant. Drei von vier Verfahren schlossen mit der Vergabe eines Siegels USK 0, USK 6 oder USK 12 ab. Nur in sechs Prozent der Fälle erteilten die Prüfer die Kennzeichnung USK 18. Der Anteil der 16er-Freigaben stieg auf 17,6% (2016: 15,0%). Den Spitzenplatz hält das Siegel “USK ab 12 Jahren”. Sicherlich eine Folge der Hinwendung zu Casual Games und Smartphones oder Tablets. Dank des IARC-System werden solche Online-Spiele gekennzeichnet. Ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass vor der Einführung des Systems 2013 ein solches globales Jugendschutz-Programm für Online-Spiele und Apps mit Beteiligung von staatlichen Stellen gänzlich fehlte.

USK_Alterskennzeichen2

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *