Mehr Inklusion gewünscht: EA-Studie rund um Repräsentation, Diversität und Barrierefreiheit in digitalen Spielen
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2019

Mehr Inklusion gewünscht: EA-Studie rund um Repräsentation, Diversität und Barrierefreiheit in digitalen Spielen

Teilen auf:

Digitale Spiele stehen für Spaß, Leidenschaft und gemeinschaftliches Erleben. Als Kulturgut, dass mittlerweile alle Altersklassen gleichermaßen begeistert, sollten Computer- und Videospiele auch für möglichst jeden spielbar sein. So  rückt das Thema Inklusion immer mehr in den Fokus der Games-Branche. Mein Interview mit Karen Stevens über Barrierefreiheit in digitalen Spielen  zeigt zudem auf,  dass die Nachfrage nach verbesserter Benutzerfreundlichkeit in Computer- und Videospielen stetig wächst. Im Rahmen einer Studie befragte ein Team von EA über 2000 US-amerikanische Spieler im Alter zwischen 13 und 54 Jahren zu den Themen Repräsentation, Diversität und Inklusion.

Besseres Spielklima für alle: Studie zeigt Wünsche der Spieler auf

Von ihrer  persönlichen Vorgeschichte inspiriert, beschäftigt sich Jenny Shi, Manager Consumer Insights bei EA, mit Inklusion in digitalen Spielen. Zusammen mit ihrem Team erarbeitete sie eine Studie, die sich mit vielerlei Aspekten dieses Themenkomplexes auseinandersetzt. Ihre berufliche Aufgabe besteht darin, durch Forschung, Online-Umfragen, Fokusgruppen und Interviews, die Stimmung und die Standpunkte  der Spieler für Spieleentwickler sichtbar zu machen.

Authentische Repräsentation in digitalen Spielen als Kaufgrund

Für die Studie einigte sich das Team von Jenny Shi zunächst auf Beispiele, die helfen  Inklusion in digitalen Spielen zu definieren und zu verstehen. Für mehr Inklusion sorgen  beispielsweise ein Charaktereditor mit vielfältigen Anpassungsmöglichkeiten, Charaktere mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen, ein diverses Storytelling aus verschiedenen Perspektiven sowie eine verbesserte Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen.

Ein Großteil der Befragten (56 Prozent) äußert sich über Repräsentation, Diversität und Inklusion in positiver Weise. Über die Hälfte der befragten Spieler sind der Meinung, dass sich die Repräsentation in digitalen Spielen verbessert hat, aber diese authentisch sein müsste, um wirklich zu überzeugen. Einzusetzende Mittel seien  beispielsweise mehr Optionen bei der Charakteranpassung, spielbare Charaktere mit LGBTQ-Identitäten und multikulturellem Hintergrund sowie mehr Frauen als Protagonisten oder in Schlüsselrollen in digitalen Spielen. Etwa 45 Prozent der befragten Spieler geben an, dass sie ein Spiel, dass die oben genannten Kriterien erfüllt, viel wahrscheinlicher spielen würden.

Toxischem Verhalten in Online-Spielen vorbeugen

Ebenfalls im Fokus der Studie steht das toxische Verhalten einer Minderheit in den Communities von digitalen Spielen. Während sich die Vielfalt der  Darstellung von Spielfiguren in digitalen Spielen erhöht, merken die befragten Spieler in der Studie an, dass es kaum eine Verbesserung des Verhaltens von den wenigen Spielern in Online-Spielen gibt, die den Spielspaß insgesamt – und somit für alle – trüben. Drei von fünf befragten Spielern haben in Form von Hate Speech, Sexismus oder Rassismus eigene Erfahrungen mit toxischem Verhalten in Online-Spielen gemacht. 14 Prozent der Spieler berichten, dass sie aufgrund schlechter Erfahrungen sogar aufhörten zu spielen. Weniger überraschend stellt Jenny Shi und ihr Team fest, dass weibliche Spielerinnen nach wie vor mehr Konfrontation mit toxischem Verhalten in Online-Spielen erfahren als männliche Gamer.

Inklusion sorgt für mehr Spieler!

Die Studie von Jenny Shis EA-Team zeigt mögliche Ansatzpunkte für Spieleentwickler auf, ihre Spiele integrativer zu gestalten. Besonders im Bezug auf störendes und toxisches Verhalten in Online-Spielen gilt es zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen, die für ein besseres Klima für alle Spieler sorgt. Jenny Shi kündigt deshalb in der Schlussbetrachtung ihrer Studie die nächsten notwendigen Schritte an: So gilt es die Ursachen für toxisches Verhalten in Multiplayer-Spielen eindeutig zu identifizieren und Maßnahmen zu formulieren, um das Spielerlebnis für alle Spiele inklusiver zu gestalten. Davon profitieren letztlich auch Entwickler und Publisher, da mehr Menschen bereit sein werden, ihre Spiele zu kaufen und zu spielen. Die Spielergemeinschaft selbst ist bei diesem Thema natürlich auch gefordert. Denn wie im echten Leben gilt: Behandle andere Spieler so, wie du selbst gerne behandelt werden möchtest.

Die Studie vom EA-Team hat Jenny Shi in folgendem Beitrag zusammengefasst:

https://medium.com/@Electronic_Arts/what-inclusion-means-to-players-db4522bdd8a0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *