#gameChanger 2020: Lebendige Diskussion um neues Jugendschutzgesetz
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2020

#gameChanger 2020: Lebendige Diskussion um neues Jugendschutzgesetz

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Die Bundesregierung hatte sich Im Koalitionsvertrag selbst das Ziel gesetzt, einen kohärenten und zukunftsfähigen Rechtsrahmen für den Jugendschutz in Deutschland zu schaffen. Seit dem Start der Verbändeanhörung zum neuen Jugendschutzgesetz gibt es aus unterschiedlichen Richtungen teils deutliche Kritik an dem vorgelegten Entwurf des Bundesfamilienministeriums. Auch der game – Verband der deutschen Games-Branche forderte grundlegende Änderungen. Dabei war er nicht alleine: Der grundsätzlichen Kritik schlossen sich auch Landesmedienanstalten, Länder, unabhängige Juristen, Selbstkontrollen und Jugendschutzverbände an. In der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin fand am Dienstag dieser Woche das Event “#gamechanger 2020: Jugendschutz-Update fehlgeschlagen?” statt. Hier diskutierten verschiedene Akteure den aktuellen Entwurf. 

Diskussion um Jugendschutzgesetz: Interdisziplinäre Beiträge

Auf das Grußwort von Staatssekretärin Heike Raab, Bevollmächtigte des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und für Europa, Medien und Digitales, folgte die Keynote von Prof. Dr. Marc Liesching, Professor für Medienrecht und Medientheorie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig. Er mahnte aus juristischer Perspektive deutliche Verbesserungen an. Anschließend folgte die Podiumsdiskussion mit Staatssekretärin Juliane Seifert, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Staatssekretärin Heike Raab, Bettina M. Wiesmann MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Marc Jan Eumann, Vorsitzender der KJM – Kommission für Jugendmedienschutz, und game-Geschäftsführer Felix Falk. 

Mein Chef Jens Kosche, Geschäftsführer bei Electronic Arts in Deutschland, auf dem #gamechanger Event in Berlin.
Mein Chef Jens Kosche, Geschäftsführer bei Electronic Arts in Deutschland, auf dem #gamechanger Event in Berlin.

Überarbeitung des Jugendschutzgesetzes dringend nötig

 Bei allen Teilnehmenden herrschte eine große Übereinstimmung bezogen auf das anvisierte Ziel: So waren sich alle Diskutantinnen und Diskutanten darin einig, dass das deutsche Jugendschutzgesetz dringend überarbeitet und an die Medienrealität der jungen Generation angepasst werden muss. Unterschiedliche Auffassungen gab es jedoch über den richtigen Weg dorthin.

Die Diskussion hat dementsprechend aber auch gezeigt, dass der aktuelle Reformentwurf viele Probleme nicht löst, sondern gar neue schafft. Eine zukunftssichere Gestaltung des Jugendmedienschutzes bedarf vor allem einer klaren Zuweisung von Kompetenzen und Rollen sowie der Schaffung eines gesetzlichen Rahmens, der auch in Anbetracht der Dynamik und Innovationskraft heutiger Medienprodukte die gewünschte Wirkung zeigt. 

Modernes Jugendschutzgesetz nicht im Alleingang realisierbar

Von Transparenz und Verständlichkeit profitieren letztendlich Eltern und Kinder ebenso wie Medienunternehmen, die am deutschen Markt mit ihren sicheren Produkten und einem guten Jugendschutz erfolgreich sein möchten. Die deutsche Games-Branche stellt ihre Expertise im weiteren Austausch mit allen Akteuren auch in Zukunft gerne zur Verfügung. Ein konvergentes, modernes und international anschlussfähiges Jugendschutzgesetz ist nicht im Alleingang realisierbar. 

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