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veröffentlicht von Martin Lorber am 06. Juni 2019

Bundesregierung plant keine Mittel für Games-Förderung im Jahr 2020 ein

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Diese Woche wurde der Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2020 vorgestellt. In diesem fehlen Mittel für das zweite Jahr der Games-Förderung. 2019 wurden erstmalig 50 Millionen Euro dafür bereitgestellt. Allerdings können die Mittel noch im parlamentarischen Verfahren eingebracht werden – wie es auch im vergangenen Jahr geschah. Die Planungssicherheit der deutschen Games-Branche leidet darunter jedoch stark, wie auch der game – Verband der deutschen Games-Branche kritisiert.

Verunsicherung der deutschen Games-Branche

Der Entwurf ist zwar noch nicht final bestätigt, allerdings lassen sich unter anderem die ökonomischen Effekte gesteigerter Investitionen und damit auch höherer Steuereinnahmen nur erzielen, wenn die Förderung mittel- bis langfristig sichergestellt ist. Es ist sicherlich nicht hilfreich, dass diese Jahr für Jahr neu im parlamentarischen Verfahren eingebracht werden muss.

In einem Audiokommentar habe ich schon 2016 erläutert, was nötig wäre, um die richtigen Voraussetzungen für die Games-Branche in Deutschland zu schaffen. Andere Länder unterstützen die Spielebranche finanziell schon seit Jahren. Unter anderem deshalb sind die Entwicklungskosten in Deutschland um bis zu 30 Prozent höher – beispielsweise im Vergleich zu Großbritannien, Frankreich oder Kanada. Gleichzeitig sinkt der Anteil deutscher Spieleentwicklungen auf dem Heimatmarkt in den letzten Jahren.

Games-Förderung: Langfristige Unterstützung der Bundesregierung notwendig

Die konkrete Verwendung der für 2019 zugesagten 50 Millionen Euro ist derzeit noch offen. Sie wird momentan im Ministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur geplant und muss dann von der EU-Kommission notifiziert werden. Der geplante Start ist für den Herbst diesen Jahres angesetzt.

Der Games-Fonds war ein starkes Signal für Deutschland als Standort der Games-Branche. Damit die deutsche Games-Förderung jedoch auch international konkurrenzfähig sein kann, wäre eine langfristige Unterstützung durch die Bundesregierung notwendig. Das Fehlen von Fördermitteln im aktuellen Entwurf der Regierung zum Bundeshaushalt verursacht Unsicherheit in der deutschen Branche. Außerdem wird die Chance vergeben, das positive Signal aus dem letzten Jahr weiter zu untermauern.

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