veröffentlicht von am 03. März 2011

Gastbeitrag Dorothee Bär (Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend): Deutscher Computerspielpreis 2011

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Der 2007 von Kultur-und Medienpolitiker der damaligen unionsgeführten Koalition gemeinsam mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann initiierte Deutsche Computerspielpreis rückt Computerspiele stärker in die Mitte unserer Gesellschaft und betont deren Bedeutung als Kulturgut. Der Preis macht deutlich, dass die Computerspielbranche, als starker Wirtschaftszweig, neben der Film- und Musikindustrie ein Eckpfeiler unserer vielfältigen kulturellen Landschaft ist und damit den besonderen Schutz und die Förderung des Staates verdient. Das Wissen um diese Anerkennung und Förderung stellt bestenfalls auch eine Motivation für die herstellende Industrie dar, kulturell besonders Wertvolles zu erschaffen.

Dorothee Bär, MdB: Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Quelle: http://www.dorothee-baer.de/)
Dorothee Bär, MdB: Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Quelle: http://www.dorothee-baer.de/)

Die Idee der Auslobung eines Deutschen Computerspielpreises entstand in einer Zeit, in der die Assoziationen mit Computerspielen sich vor allem darauf beschränkten, dass jugendliche Außenseiter in der virtuellen Welt das Töten üben, um sich dann ihres Frustes über jahrelange Hänseleien und Unterdrückungen durch Lehrer und Mitschüler  entledigen zu können und sich mit trainierter Zielsicherheit an ihnen zu rächen. Medien, Elternverbände und auch Politiker atmeten erleichtert auf: Ein Sündenbock für diese schrecklichen, unbegreiflichen und zerstörerischen Taten war gefunden –  das Computerspiel an sich.

Der Deutschen Computerspielpreises bildet ein Gegengewicht zu pauschalen Verunglimpfungen dieser Art. Vielmehr betont der mit insgesamt 500 000 Euro dotierte Preis welch interessante, künstlerisch-kreative Ausmaße Computerspiele besitzen, wie pädagogisch wertvoll sie sein können und wie sehr sie beispielsweise die Fingerfertigkeiten unserer Kinder fördern können.

In diesem Geiste habe ich gemeinsam mit zwei Kollegen der FDP-Bundestagsfraktion im Februar 2011 die so genannte 1. Politiker-LAN im Deutschen Bundestag initiiert. In diesem Rahmen ist es uns gelungen, die ganze Bandbreite zu zeigen, die die Computerspielbranche zu bieten hat. Wir haben den Kollegen gezeigt, welch künstlerische, kreative und wertvolle Arbeit die Branche leistet. Somit haben wir dafür geworben, die Debatte um Computerspiele differenzierter zu führen und nicht aus Unwissenheit den Fehler zu begehen, durch pauschale Urteile einen ganzen Wirtschaftszweig zu verunglimpfen. Für die breite Akzeptanz von Computerspielen in der Gesellschaft und die Förderung der Branche beispielsweise analog zur Filmförderung in Deutschland müssen wir allerdings noch hart arbeiten.

Zum dritten Mal verleihen wir in diesem Jahr nun den Computerspielpreis. Nach den Kinderkrankheiten der ersten Jahre und kontroversen, aber fruchtbaren Diskussionen über Vergabekriterien, Kategorisierungen und Zielgruppen unseres Preises bin ich der Überzeugung, dass wir mehr als je zuvor auf einem guten Weg sind und der Deutsche Computerspielpreis sich über die Jahre ebenso etablieren wird wie beispielsweise der Deutsche Filmpreis. Wer weiß, in welche Sphären er noch steigen könnte, wenn die Förderung ambivalent wäre.

Weitere Links zum Thema:

Web: Homepage von Dorothee Bär

Web: Deutscher Computerspielpreis: Altersfreigabe sollte kein Kriterium sein

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