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veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2014

Digitale Spiele in Bibliotheken

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Dank seiner mannigfaltigen Ausprägungen hat das digitale Spiel das Medienrepertoire unserer modernen Gesellschaft auf vielfältige Art und Weise ergänzt und erweitert. Wie auch Bücher oder Filme, können digitale Spiele sowohl als narratives Medium der Unterhaltung, als auch in Form von Newsgames oder E-Learning-Programmen zur Information dienen. So verwundert es nicht, dass in den letzten Jahren verstärkt digitale Spiele, wie auch andere Medien, in vielen Bibliotheken bereitgestellt werden.

Dabei scheinen viele Bibliotheken noch nicht ganz sicher zu sein, wie mit dem „neuen“ Medium umgegangen werden soll. Es fehlt an einer konkreten „Gaming-Strategie“. Oft werden digitale Spiele lediglich als Marketinginstrument angesehen, mit dem versucht wird buchferne (junge?) Zielgruppen an das Thema Bücher heranzuführen. Sie quasi in die Bibliotheken zu locken. In meinen Augen verschenktes Potential. Computer- und Videospiele sollten ein eigenständiges Thema innerhalb der Bibliotheken sein, dem die gleiche Relevanz zugesprochen wird, wie Büchern oder Filmen. Nur so können Bibliotheken auf die gesellschaftlichen Entwicklungen reagieren und ihr Konzept zukunftssicher aufstellen.

Für alle die sich mit dem Thema befassen möchten hat Christoph Deeg ein interessantes Buch mit dem Namen „Gaming und Bibliotheken“ zusammengestellt. Es richtet sich vor allem an Leser, die sich vielleicht mit den Gedanken tragen digitale Spiele in Bibliothek zu integrieren, sich aber nicht so wirklich mit dem Medium auskennen. Diesen sollen die Berührungsängste mit Games und Co. genommen und ein Grundverständnis für diese Medien gegeben werden. Auf 168 Seiten erklärt Deeg Begrifflichkeiten, beschreibt die Gaming-Kultur und stellt die verschiedenen Plattformen vor. Alles leicht verständlich und vor allem für „Einsteiger“ interessant. Doch auch videospielaffine Bibliothekare kommen mit dem Buch auf ihre Kosten. Denn der Autor stellt Ansätze vor, wie Spiele adäquat in das Bibliothekskonzept eingebunden werden können und gibt ganz konkrete Beispiele für bewährte Veranstaltungen.

Sicherlich eine interessante Lektüre für alle, die überlegen das Medium digitales Spiel artgerecht in „ihre“ Bibliothek zu integrieren. Alle die sich noch nicht mit dem Gedanken tragen, sollten es trotzdem lesen. Vielleicht kommen Sie ja auf den Geschmack.

Weitere Links zum Thema:

www.christoph-deeg.de

Kommentare
  1. Hallo, super Beitrag den du verfasst hast. Hat mir wirklich sehr geholfen.

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