Das Computerspielemuseum in Berlin. Quelle: Computerspielemuseum Copyright: Peter Ziesche
veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2019

Computerspielemuseum: Sonderausstellung zum Kochen in digitalen Spielen

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In der Erziehung von Kindern heißt es oft am Küchentisch: Mit Essen spielt man nicht. Denn Essen ist eine Lebensnotwendigkeit – und kann bei der richtigen Zubereitung auch eine genussvolle Erfahrung sein. Das Kochen als Kulturpraxis begleitet den Menschen seit seinen Anfängen und gilt aufgrund der Notwendigkeit oftmals als alltäglich. Dabei kann Kochen mit seinen unzähligen Traditionen, Riten, Rezepten und unterschiedlichen Utensilien als ein künstlerischer Prozess verstanden werden.

Mit Essen spielt man nicht – oder doch?

Im Zeitalter der Digitalisierung rückt die Zubereitung von Speisen außerdem in den Fokus moderner Massenmedien. Um das Thema Kochen entstehen TV-Shows, Serien, Foodblogs, Ernährungstrends sowie bekannte Hashtags in sozialen Medien. Nicht mehr die Zubereitung der Speisen selbst ist eine Kunstform, sondern auch die kreative Darstellung dieser. Auch das digitale Spiel greift das Thema Essen auf unterschiedliche, kreative Weise auf: Sei es in Form eines eigenen Spielgenres, sogenannten Kochsimulationen wie die Cooking Mama Spielreihe und Overcooked, oder als elementarer Teil der Spielmechanik. In dem neuesten Ableger der bekannten Spieleserie The Legend of Zelda: Breath of the Wild, kochen Spieler aus verschiedenen Zutaten, die in der Spielwelt auffindbar sind, Mahlzeiten für die Spielfigur Link. Diese füllen die Lebensenergie wieder auf und können zusätzlich Vorteile im Spiel verschaffen.

Computerspielemuseum: Eine kulinarische Reise der virtuellen Leckerbissen

Nun widmet das Computerspielemuseum Kochen und Essen eine ganze Ausstellung und zeigt auf welch vielfältige Weise eines der alltäglichsten Dinge im Leben Einzug im digitalen Spiel hält. Vom 16. September 2019 bis zum 29. März 2020 lädt das Computerspielemuseum in Berlin die Besucher dazu ein, auf eine kulinarische Reise in die Welt der virtuellen Leckerbissen zu gehen und in der interaktiven Ausstellungen Games zu entdecken, die Notwendigkeit der Nahrungszufuhr zu einem Spannung erzeugendes Element verwandeln.

Computerspielemuseum: Kultur und Geschichte digitaler Spiele

Auch abseits der Sonderausstellung lohnt sich ein Besuch im Computerspielemuseum. Auf einer großen Fläche werden insgesamt mehr als 300 Exponate aus den verschiedenen Abschnitten der Spielgeschichte gezeigt. Darunter befinden sich seltene Originale, funktionstüchtige Klassiker und spielerische sowie interaktive Kunstwerke. 1997 wurde das Museum als weltweit erste ständige Ausstellung zur digitalen interaktiven Unterhaltungskultur eröffnet und begleitet seither – neben der eigenen Dauerausstellung mit über 300 Exponaten – eine Vielzahl nationaler wie auch internationaler Ausstellungen. Ziel ist es, das Verständnis von digitalen interaktiven Unterhaltungsmedien zu vertiefen und so die Medienkompetenz zu erhöhen sowie die Kultur und Geschichte von digitalen Spielen einem breitem Publikum zu vermitteln. Andreas Lange, der ehemalige Direktor des Computerspielemuseums Berlin, gab mir ein längeres Interview rund um Games und deren Bedeutung für unsere Gesellschaft.

Laufzeit: 16. September 2019 bis zum 29. März 2020

Täglich 10:00 bis 20:00

Weitere Informationen zur Ausstellung: https://www.computerspielemuseum.de/1299_Sonderausstellung.htm

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