Rainbow Arcade: Ausstellung zeigt queere Videospielgeschichte
veröffentlicht von Martin Lorber am 12. Dezember 2018

Rainbow Arcade: Ausstellung zeigt erstmals queere Videospielgeschichte

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In enger Zusammenarbeit mit dem Berliner Computerspielemuseum, dem LGBTQ Game Archive und der Temple University präsentiert das Schwule Museum Berlin die Ausstellung Rainbow Arcade. Somit richtet weltweit das erste Mal ein Museum den Fokus auf die queere Geschichte von digitalen Spielen. Gezeigt werden die unterschiedlichsten Exponate aus gut 30 Jahren Mediengeschichte, darunter spielbare Titel, Konzeptzeichnungen, von Fans selbst geschriebene Modifikationen und Dokumentationen von Online-Communities. Die Ausstellung läuft vom 14. Dezember 2018 bis zum 13. Mai 2019.

Rainbow Arcade: Popkulturelle Bestandsaufnahme der Games-Geschichte

Erstmals werden im Rahmen der Rainbow Arcade-Ausstellung Exponate des LGBTQ Game Archives der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dabei geht es beispielsweise um bestimmte Aktionsmöglichkeiten, Storytelling, Artifakte, Charaktere, Easter Eggs, Homo- und Transphobie, bestimmte Locations, Mods, Beziehungsmöglichkeiten oder kulturelle Referenzen in digitalen Spielen. Geboten wird so eine popkulturelle Bestandsaufnahme zu Fragen von Repräsentation, stereotyper und diskriminierender Erzählweisen in Unterhaltungsmedien und unserem kulturellen Gedächtnis. Bemerkenswert ist dabei der Umstand, dass Videospiele zwar ein selbstverständlicher Teil unserer Gegenwartskultur sind, aber jedes neue Spiel, das LSBTIQ (Lesbisch Schwul Bi Trans* Inter* Queer) und deren Lebensrealitäten nicht negativ darstellt, oft als bahnbrechend gefeiert oder als ideologische Positionierung diffamiert wird. Dabei lassen sich beispielsweise sensible Coming Out-Geschichten oder offene Ehen bereits in Mainstream-Titeln der 1990er Jahre finden.

Rainbow Arcade: Umfangreiches Programm im Rahmen der gamesweekberlin 2019

Die Ausstellung fragt nicht nur, wie gesellschaftliche Diskurse und Entwicklungen in digitalen Spielen abgebildet wurden und wie diese weiter konstruiert werden, sondern auch, was es über unser digitales Gedächtnis und die Archivierung digitaler Spielkultur aussagt, wenn derartige Zeitgeschichte so schnell in Vergessenheit gerät. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Rahmenprogramm, das von internationalen Entwicklern, Künstlern und Wissenschaftlern mitgestaltet wird. Es wird einen Katalog geben, der durch eine Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter finanziert wird. Rainbow Arcade ist zudem Programmbestandteil der gamesweekberlin 2019 (8. – 14. April 2019).

Das Schwule Museum Berlin findet sich hier:

Lützowstraße 73

10785 Berlin

Mehr Informationen gibt es zudem auf der offiziellen Website: https://www.schwulesmuseum.de/

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