v..l.n.r.: Melek Balgün (m3lly), Lars Klingbeil (SPD), Jörg Schindler (Die Linke), Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen), Linda Teuteberg (FDP), Paul Ziemiak (CDU) und Peter Smits (PietSmiet), gamescom congress, Debatt(l) Royale,  Congress Centrum Nord, Konrad-Adenauer-Saal
veröffentlicht von Martin Lorber am 08. August 2019

gamescom congress 2019 beleuchtet digitale Spiele aus allen Blickwinkeln

Teilen auf:

Der gamescom congress stellte erneut unter Beweis, warum er zurecht als Europas führender Think Tank rund um digitale Spiele und Digitalisierung gilt. Über 100 Redner zeigten am 21. August 2019 auf, welche vielfältigen Potenziale im Medium Spiel stecken. Das wollten sich auch rund 900 Besucher nicht entgehen lassen. Besonder im Fokus standen dabei Themen, die aktuell die digitale Generation bewegen. Im Politik-Talk „Debatt(l)e Royale“ wurde intensiv darüber diskutiert. Dabei traten auf dem Podium die Bundesgeschäftsführer und Generalsekretäre von CDU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen an. Der gamescom congress findet jährlich im Rahmen der gamescom statt und war in diesem Jahr erneut ausverkauft.

gamescom congress startet mit Politik-Talk

Der gamescom congress begann am Mittwoch mit der Eröffnung durch Nathanael Liminski (Chef der Staatskanzlei des Landes NRW), Henriette Reker (Oberbürgermeisterin der Stadt Köln), Gerald Böse (Vorsitzender der Geschäftsführung Koelnmesse GmbH) und Felix Falk (Geschäftsführer des game – Verband der deutschen Games-Branche). Direkt am Anschluss startete der Politik-Talk „Debatt(l)e Royale“, zu dem die Moderatoren Melek Balgün (Journalistin und eSports-Expertin) und Peter Smits (YouTuber, PietSmiet) die Politiker Paul Ziemiak (CDU), Lars Klingbeil (SPD), Linda Teuteberg (FDP), Jörg Schindler (Die Linke) und Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßen durften. Letztendlich waren sich hier alle Diskutanten einig: Angeblich kann die deutsche Games-Branche mit der langfristigen Förderung rechnen. Das wäre tatsächlich sehr begrüßenswert, auch um hier Kontinuität und Sicherheit für alle Beteiligten zu schaffen.

gamescom congress bot spannendes und vielfältiges Programm

Anschließend machten interdisziplinär aufgestellte Referenten in Keynotes, Talks, Panel-Diskussionen und Workshops deutlich, welche Impulse von digitalen Spielen, den entsprechenden Technologien und Spiele-Entwicklern ausgehen können. Das Programm der neuen „Public Stage“ wurde dabei für alle Daheimgebliebenen live im Netz übertragen. Unter anderem diskutierte hier Axel Voss MdEP über Netzpolitik und politische Kommunikation im Zeitalter von YouTube und stellte sich durchaus mutig einem sehr kritischen Publikum. Schließlich galt er, als Gesicht der EU-Urheberrechtsreform, kürzlich noch als eines der größten Feindbilder der Netzaktivisten. Es wurde allerdings angenehm sachlich und offen diskutiert und Axel Voss gab offene Einblicke in die komplexen Prozesse der Gesetzgebung. Im Sinne einer Versachlichung der Diskussion sicherlich hilfreich.

Das „Quartett der Spielekultur“ mit Lena Falkenhagen und Nina Kiel behandelte historisch entlehnte Spiele-Settings, die zugleich fiktiv sind. Angeregte Diskussionen gab es auch in den weiteren Sälen, wo es beispielsweise um den Einsatz von Games in der Schule oder um kulturelle Integration und Inklusion ging.

Das Panel „Spielen versetzt Berge“ mit Prof. Dr. Linda Breitlauch (Hochschule Trier), Aiman Mazyek (Zentralrat der Muslime in Deutschland), Kathrin Trattner (Universität Graz) und Olaf Zimmermann (Deutscher Kulturrat) diskutierte die Frage, welche Integrationskraft Spiele haben können. Anschließend zeigte Mark Barlet von Able Gamers auf, wie inklusiv Games für Menschen mit Behinderungen sein können.

Enter Africa: Potential der afrikanischen Games-Branche

Unter dem Titel „Enter Africa: Your Gateway to African Creators“ können die Besucherinnen und Besucher der diesjährigen gamescom im Indie Area Booth vom 20. bis 24. August nun erstmals das Spiel Busara testen und mehr über das Projekt „Enter Africa“ erfahren. Darüber hinaus diskutierten Dagmawi Bedilu, Bethlehem Anteneh und Prince Andrew Ardayfio von „Enter Africa“ am Mittwoch auf dem gamescom congress mit dem Generalsekretär des Goethe-Instituts Johannes Ebert und dem Fachjournalisten Tino Hahn über das Potential der afrikanischen Games-Branche und wie die Spiele die Gemeinschaften vor Ort stärken und zusammenbringen können. Mit Bethlehem Anteneh führte ich schon im letzten Jahr  ein spannendes Interview, welches hier abrufbar ist.

Olaf Coenen (Vorstandssprecher des europäischen Spieleverbands ISFE und VP bei EA) diskutierte außerdem zusammen mit den Mitgliedern des Europaparlaments, Nicola Beer und Tiemo Wölken, sowie Hendrik Lesser (CEO von remote control productions) beim gamescom congress über die EU-Agenda für Videospiele.

Der gamescom congress unterstrich dieses Jahr erneut, welche Bedeutung digitale Spiele – weit über den reinen Entertainment-Faktor hinaus – haben. Er zog Gäste aus allen Branchen, aus der Wissenschaft, Politik und dem Bildungswesen an. Diese Vielfalt zeichnet die Games-Branche aus und die spannenden Erkenntnisse und Diskussionen beim gamescom congress bereichern diese ebenfalls ungemein. Der nächste gamescom congress findet am Mittwoch, den 26. August 2020 statt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *