eSport-Antrag der Grünen-Fraktion im Bundestag
veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2018

eSport-Antrag der Grünen-Fraktion im Bundestag

Teilen auf:

Bündnis 90/Die Grünen machen ernst beim eSport! Die Bundestagsfraktion stellte jetzt im Deutschen Bundestag einen Antrag für eine Förderung von eSport in Deutschland. Im Antrag gehen sie, neben vielen anderen Punkten, insbesondere  auf die Gemeinnützigkeit von eSport-Vereinen und die Visa-Problematik der Athleten ein.

eSport in der Bundestagsdebatte

Der Antrag an die Bundesregierung soll am heutigen Donnerstag im Bundestag debattiert werden. Die Grünen fordern darin unter anderem, die Gemeinnützigkeit des eSport und die „ehrenamtliche Arbeit in Vereinen mit eSport-Angebot“ anzuerkennen. Der Antrag entstand unter der Federführung der Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckhard und Anton Hofreiter.

eSport: Entwicklung fördern und gestalten

Die Grünen verweisen in dem Antrag mit der Überschrift “Die Entwicklung des eSports fördern und gestalten“ auch auf den großen Zuspruch zu eSport-Veranstaltungen und -Übertragungen. Untermauert wird der Antrag durch Zahlen des game – dem Verband der deutschen Games-Branche. Zudem betonen die Grünen die wachsende Zahl der Amateur-eSport-Vereine und von Sportvereinen mit eigenen eSport-Abteilungen.

eSport: Gemeinnützigkeit als wichtiges Thema

Die Frage nach der Gemeinnützigkeit von eSport-Vereinen nimmt eine wichtige Rolle in dem Antrag ein. Was gut ist, da der DOSB und die Bundesregierung hier zuletzt keinen Handlungsbedarf sahen. Die Fraktion der Grünen fordert eine Änderung der Abgabenordnung und eine Gleichstellung zum traditionellen Sport. Zudem soll die ehrenamtliche Arbeit in Vereinen mit eSport-Angeboten anerkannt werden.

eSport: Visa-Problematik wird behandelt

Die Grünen-Fraktion möchte Deutschland „zu einem attraktiven Ausrichterland für eSport-Veranstaltungen“ machen und „dafür sorgen, die Vergabe von Visa für eSportlerinnen und eSportler zu erleichtern”. Zudem wird zu „Kooperationen des organisierten ‚traditionellen‘ Sports mit dem organisierten eSport“ aufgefordert und das Visa-Problem kommt wieder auf den Tisch. Für eSport in Deutschland gibt es hier bisher keine konkreten Regelungen, er ist eine Grauzone. Insbesondere eSportler aus Nicht-EU-Ländern müssen meist beweisen, dass der eSport und die damit verbundene Tätigkeit ein Arbeitsplatz ist. Klassische Sportler sind als “Athleten” angestellt und eingestuft. Allerdings ist der eSport, anders als in Frankreich, kein anerkannter Sport in Deutschland. Deshalb ist diese Angabe als Einreisekriterium für viele eSportler oft keine Option. Die Bundesregierung versprach bereits Anfang September ein vereinfachtes Antragsverfahren für eSporter. Die Grünen wollen jedoch noch einen Schritt weitergehen: Deutschland soll ein attraktives Ausrichterland werden. Dementsprechend fordern die Grünen in ihrem Antrag die Einreise weiter zu erleichtern und längerfristige Aufenthalte zu ermöglichen.

eSport: Grüne fordern gesonderte Alterseinstufung von eSport-Veranstaltungen

Recht bemerkenswert ist eine weitere Forderung der Grünen-Fraktion: eSport-Veranstaltungen sollen mit einer gesonderten Alterseinstufung versehen werden. Diese soll unabhängig von der USK-Freigabe der jeweils gespielten Games erfolgen. Bei einer entsprechenden Umsetzung könnten minderjährige Zuschauer auch dann live bei eSport-Events dabei sein, wenn auf der Bühne Games gespielt werden, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind.

eSport: Kampf gegen Doping, Gesundheits- und Suchtprävention

Die Fraktion der Grünen nimmt zusätzlich auch den organisierten eSport bei den Themen Anti-Doping-Kampf, Sucht– und Gesundheitsprävention in die Pflicht. Die Grünen wünschen sich insbesondere präventiv wirkende “technische Lösungen innerhalb der Spiele”. Die Bundesregierung soll aber auch mit Aufklärungsgruppen helfen.

Die Games-Förderung in Deutschland ist mir ein wichtiges Anliegen. In einem Audio-Kommentar habe ich erläutert, was nötig wäre, um die richtigen Voraussetzungen für die Gamesbranche zu schaffen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *