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veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2018

Was sagt die Große Koalition zu Games?

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Ganz Deutschland schaute in den letzten Wochen gespannt auf die Gespräche zwischen CDU / CSU und SPD in Berlin. Kein Wunder, denn hier entscheidet sich für viele Themen die Richtung der kommenden Jahre. Doch natürlich wurde nicht nur über Mindestlohn, Steuern und Migration diskutiert, sondern auch Bereiche die das Themenfeld „digitale Spielkultur“ betreffen ausführlich behandelt. Gestern einigten sich die Parteien auf einen Koalitionsvertrag. Dieser muss zwar noch von den Vorständen und Mitgliedern abgesegnet werden, allerdings beinhaltet er viele positive Punkte, über die sich die Games-Branche freuen kann.

Gaming im Koalitionsvertrag

Wir erinnern uns an die „10 Forderungen der Games-Branche zur Bundestagswahl“. Von diesen finden sich viele in dem Entwurf wieder. Eines der Kernziele, eine Förderung für die Entwicklung von Computer- und Videospielen, ist nun erreicht. Es soll auf Bundesebene einen Fonds zur Games-Förderung geben, der die Entwicklung hochwertiger digitaler Spiele unterstützen und den Entwicklerstandort Deutschland stärken soll. Im Vergleich zu anderen Ländern, die hier schon viel weiter sind, eine richtige und notwendige Maßnahme. Die genannten Eckpunkte lassen darauf schließen, dass sich die Förderung mit anderen Ländern messen kann. Hoffentlich werden die Pläne zeitnah umgesetzt.

eSport im Blick der Bundesregierung

Positiv ist auch die Bewertung des eSports. Dessen wachsende Bedeutung spiegelt sich im Koalitionsvertrag wider und eine Unterstützung bei der Anerkennung als „echter“ Sport wird in Aussicht gestellt. Der Breitbandausbau würde dafür und generell für das Hobby „Gaming“ eine hervorragende Grundlage bieten. Games werden in dem Papier sehr deutlich in die Nähe der Film- und Musikwirtschaft gesetzt und sollte die letzten wenigen Skeptiker bezüglich „Games als Kulturgut“ überzeugen und verstummen lassen.

Neue Impulse für den Jugendschutz

Besonders am Herzen liegt mir bekanntlich das Thema Jugendschutz. Als Jugendschutzbeauftragter von EA und Vater befasse ich mich quasi in allen Lebenslagen mit dem Thema. Deswegen freut es mich sehr, dass die Parteien die Notwendigkeit eines zukunftsfähigen und einheitlichen Rechtsrahmens für den Kinder- und Jugendmedienschutz im Jugendmedienschutzstaatsvertrag und Jugendschutzgesetz erkannt haben und dieser jetzt geschaffen werden soll. Auch hier hoffe ich, dass dieser Beschluss schnell umgesetzt, die Reform angegangen und dabei nicht die internationale Anschlussfähigkeit, siehe IARC, übersehen wird.

Insgesamt spiegelt sich in dem Koalitionsvertrag die wachsende Bedeutung von Computer- und Videospielen als Leitmedium der digitalen Generation und großer Wirtschaftsfaktor für den Standort Deutschland wider. Verglichen mit den Entwürfen der letzten Regierungsbildungen ist ein steter Fortschritt zu erkennen. Jetzt heißt es für alle Beteiligten „Frisch ans Werk“, auf dass wir gemeinsam und kooperativ die Games-Branche und das Medium Games in Deutschland voranbringen.

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