Digitalisierung
veröffentlicht von Martin Lorber am 12. Dezember 2017

Studie zur Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen

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Die aktuelle Studie Digitalisierung in Non-Profit-Organisationen – Strategie, Kultur und Kompetenzen im digitalen Wandel – untersucht die Digital-Kompetenz von Non-Profit-Organisationen. Hinter der Studie stehen die Stiftung der Otto Beisheim School of Management (WHU), die Haniel Stiftung, das betterplace lab sowie Capgemini, die CXP Group und fibonacci & friends. Insgesamt wurden für die Studie mehr als 160 Mitarbeiter von Non-Profit-Organisationen befragt. Die Ergebnisse zeigen: Vielen Non-Profit-Organisationen fehlen die notwendigen Kompetenzen, um die Chancen der Digitalisierung nutzen zu können.

Veränderungen im Non-Profit-Sektor durch Digitalisierung

Die Ergebnisse der Befragung belegen, dass in vielen Non-Profit-Organisationen durchaus ein grundsätzliches Bewusstsein für den digitalen Wandel und die damit einhergehenden Veränderungen vorhanden ist. Allerdings wird der Handlungsdruck offenbar noch nicht als drängend genug angesehen, um für die Veränderungen auch entsprechende Ressourcen bereitzustellen. Sehr deutlich zeigt sich auch, dass rund die Hälfte aller Organisationen noch Nachholbedarf darin haben, ehrenamtliche Mitarbeiter über digitale Kanäle besser zu koordinieren. Auch die riesigen Chancen, die die neuen Fundraising-Kanäle gerade auch für Non-Profit-Organisationen bieten, werden nicht optimal genutzt. Weiteres “Digital-Potenzial” ließe sich durch professionell durchgeführte Wirkungsanalysen und nachfolgende Optimierung eigener Aktionen oder Angebote heben. Gerade kleine und junge Organisationen besitzen hier eine Vorreiterrolle und befassen sich aktiv mit den anstehenden Veränderungen.

Digitale Kompetenzen & Weiterbildungsangebote

Die Ergebnisse weisen insgesamt darauf hin, dass in vielen Non-Profit-Organisationen bisher nur unzureichend Kompetenzen, die für eine erfolgreiche Digitalisierung nötig sind, vorhanden sind. Weiterbildungsangebote zu digitalen Themen werden in allen Themenbereichen von der Hälfte bis zwei Dritteln aller Befragten für wichtig oder sehr wichtig gehalten. Ein besonderer Augenmerk sollte aus Sicht der Autoren auf die Stärkung der Veränderungsfähigkeit im Non-Profit-Sektor gelegt werden. Gerade große, etablierte Organisationen stufen sich selbst oft als wenig flexibel und anpassungsfähig ein und haben erheblichen Weiterbildungsbedarf bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen (80 Prozent) und bei agilen Arbeitsweisen (67 Prozent).

Darüber hinaus zeigen die Ergebnisse, dass ein Großteil der Führungskräfte, die Mehrzahl der Mitarbeiter und der überwiegende Teil der Gremien und großen Geldgeber aus Sicht der Befragten nicht besonders technologieaffin und auch nicht sonderlich offen für Veränderungen zu sein scheint. Positiv stimmt das Ergebnis, dass Entscheidungen in den Organisationen meist schnell und unkompliziert getroffen werden und Arbeitsabläufe selbst organisiert und flexibel sind. Allerdings ist dies vor allem in kleinen und jungen Organisationen häufiger als in älteren, gut etablierten der Fall.

Fazit

Betrachtet man die Studie insgesamt, so wird der durch die fortschreitende Digitalisierung entstehende Handlungsdruck und die Tragweite des Veränderungsbedarfs deutlich. Gleichzeitig werden die durch den Transformationsprozess entstehenden Chancen häufig noch unterschätzt. Die Digitalisierung erfordert grundsätzlich Investitionen in Technologien, aber auch weitreichende Veränderungen bei den Prozessen, Strukturen, Arbeitstechniken, sowie der Kultur und Strategie. Nur so können die Chancen der Digitalisierung für mehr soziale Wirkung genutzt und der gesellschaftliche Wandel erfolgreich gestaltet werden.

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