SPOBIS 2019 bot spannende Diskussionen rund um eSport
veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2019

SPOBIS 2019 bot spannende Diskussionen rund um eSport

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eSport ist über die Jahre zu einem globalen Phänomen herangewachsen. Dennoch gibt es rund um das Thema eSport weiterhin zahlreiche Diskussionen. Besonders die Frage nach der Anerkennung des eSport als eine eigene Sportart beschäftigt sowohl Sportverbände, Politiker, Publisher als auch die eSport-Szene. Auf der SPOBIS, dem wichtigsten Event für Sportbusiness in Europa lud man zur Diskussion darüber ein. Der Kongress bietet seit Jahren Experten aus den verschiedenen Bereichen eine Bühne, um über Entwicklungen im Sportbusiness zu sprechen. Mit der Aufnahme von eSport in das Programm setzte man dieses Mal ein deutliches Signal. Ich war am 30.01 selbst vor Ort und konnte so einen Eindruck von der dortigen Stimmungslage rund um das Thema eSport  machen.

Erneute eSport-Diskussion zwischen DOSB und WESA

Mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie der World eSports Association (WESA) waren zwei der wichtigsten Organisationen vertreten, die sich zur Frage ob eSport Sport sei, klar positionieren. Der DOSB beharrt darauf, eSport nicht als Sportart anzuerkennen. Die Vorstandsvorsitzende des DOSB, Veronika Rücker, erklärte, dass man aber versuche, durch eine Aufschlüsselung der einzelnen Disziplinen im eSport ein Verständnis für diese Form des kompetitiven Wettbewerbs zu gewinnen. Der Verband unterscheidet insbesondere zwischen “elektronischen Sportartensimulationen” (wie zum Beispiel FIFA), die Inhalte der realen Welt in den virtuellen Raum übertragen und anderen digitalen Spiel- und Wettkampfformen, die der Verband unter der Bezeichnung “eGaming” zusammenfasst. Eine Überschneidung mit der eigenen Philosophie sieht der DOSB aber nur bei “elektronischen Sportsimulationen” gegeben. Beim “eGaming” hätte man Probleme mit den Inhalten der Spiele, die derzeit nicht mit den Werten des Verbandes vereinbar seien.

Für diese Einschätzung wird der DOSB insbesondere von der eSport-Szene kritisiert. Jan Pommer, Mitglied des Vorstands der WESA, äußerte Unverständnis darüber, dass die Inhalte einzelner Spiele einer Anerkennung des eSport durch die DOSB im Wege stehen würden. Er verwies auf die zahlreichen eSport-Veranstaltungen, die die gleichen Werte vorleben würden, die auch im Sport zu finden seien. Die Diskussion zwischen DOSB und WESA blieb dabei ein Austausch bereits bekannter Argumente. Dass der Markt rund um eSport in Zukunft noch viel wichtiger werden wird und die gesellschaftliche Akzeptanz allgemein weiter steigt, ließ sich aber auch auf dem SPOBIS deutlich spüren.

 

DOSB trifft auf eSport – so lautete das Motto der Diskussionsrunde mit Veronika Rücker (DOSB) und Jan Pommer (WESA) auf der SPOBIS.

 

Unternehmen als eSport-Kooperationspartner

Genau deswegen lud man rund um die Diskussion zwischen DOSB und WESA zu weiteren interessanten Vorträgen zum Thema eSport ein. Diese gewährten einen Einblick in die Welt der Sponsoren, Publisher sowie der professionellen Spieler des eSport. Das IT-Unternehmen SAP und das deutsche Logistikunternehmen DHL treten seit Mitte letzten Jahres als Sponsoren in der eSport-Branche auf und berichteten auf der SPOBIS über ihre Gründe, Partnerschaften mit eSport-Teams oder der Electronic Sport League (ESL) einzugehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Gedanke über eSport die junge Zielgruppe wieder zu erreichen. Beide Unternehmen betonten, dass sich das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher sich im Lauf der Zeit verändert hätte und der Kampf um deren Zeitbudget intensiviert. Die Unternehmen müssten nun deshalb verstärkt versuchen, diese wieder auf den entsprechenden Kanälen (sprich eSport) zu erreichen. Dabei steht ebenfalls Recruiting – die Gewinnung eigener Mitarbeiter – im Fokus.

Competitive Gaming: Von der Couch zum Champion

Einen Blick hinter die Kulissen des eSport gewährten Mitarbeiter von EA und professionelle Spieler. Besonders interessant war die Perspektive von Tim Latka, der über seinen Alltag als eSportler berichtete – über seinen persönlichen Werdegang vom Hobby-Spieler zum professionellen FIFA-eSportler im FC Schalke 04 eSport Team – und über Trainingseinheiten sowie Turniere. Die aktuelle Herausforderung für Spieler, Teams und die Publisher läge seiner Meinung nach darin, Turniere und die bestehenden Ligen weiter zu professionalisieren. Er betont, dass es ein wesentlicher Vorteil sein kann, wenn Publisher wie EA eng mit den Ligen zusammenarbeiten, um ein faszinierendes eSport-Erlebnis für ALLE Spieler, auch die “Amateure”, zu schaffen. Denn das ist es, was Competitive Gaming ausmacht: Jeder erhält die Möglichkeit mitzumachen. Das Motto bei EA lautet: “Von der Couch zum Champion”. Der Werdegang von eSportlern wie Tim Latka beweist, dass es möglich ist, sein Hobby zum Beruf zu machen.

 

Von der Couch zum Gaming
Anhand von FIFA wurden die aktuellen Potenziale und Herausforderungen für den eSport deutlich gemacht.

 

Auch wenn die Diskussion zwischen DOSB und WESA weitestgehend ein Austausch bekannter Argumente blieb, ist es erfreulich, dass eSport einer immer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

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