NRW soll Gaming-Standort Nummer 1 werden
veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2018

NRW soll Gaming-Standort Nummer 1 werden

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„Nordrhein-Westfalen zum Games-Standort Nummer 1 machen“. Die nordrhein-westfälischen Regierungsfraktionen von CDU und FDP veröffentlichten in dieser Woche einen Antrag unter diesem starken Titel. Darin werden bezogen auf viele branchenrelevante politische Themen wie Förderung, eSport und Jugendschutz sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene Verbesserungen gefordert. Aus meiner Sicht ist dieser Vorstoß ein wichtiges und positives Signal sowohl für den Wirtschaftsstandort NRW als auch für die gesamte Bundesrepublik.

Games als Innovationsmotor für den Wirtschaftsstandort NRW

In dem dreiseitigen Dokument vom 11. September wird zunächst betont, wie wichtig digitale Spiele für NRW als Wirtschaftsstandort sind: Rund 100 der bundesweit mehr als 500 Unternehmen der Games-Branche sind aktuell in Nordrhein-Westfalen beheimatet. Bei der Entwicklung digitaler Spiele würden sowohl Kreativität, interdisziplinäres und internationales Arbeiten als auch technologisches Know-how zusammenspielen. Hinzu kämen die Möglichkeiten des branchen-internen Austauschs und auch der Bereich der öffentlichen Hochschulbildung. Wichtige Branchen–Events und eSport-Wettbewerbe, von der ESL One Cologne bis hin zur gamescom, fänden auch in NRW statt.

Konkrete Forderungen der Regierungsfraktionen

Auf dieser Grundlage fordern die Fraktionen von CDU und FDP im Düsseldorfer Landtag die Prüfung des Aufbaus eines Kompetenzzentrums, um den Austausch von Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Verbänden zu fördern. Ebenfalls geprüft werden soll, ob zusätzlicher Bedarf an Studienplätzen im Games-Bereich oder bei zertifizierten Berufsabschlüssen – beispielsweise in den Bereichen Game Development oder Game Design – bestehen. Das Mediennetzwerk.NRW soll als Anlaufstelle für die Games-Branche weiterentwickelt werden. Gegenüber dem Bund soll sich für die Einführung und die Übernahme einer Games-Förderung zur Entwicklung hochwertiger digitaler Spiele eingesetzt werden.

Gründer und Entwickler-Nachwuchs sollen durch die Film- und Medienstiftung NRW weiterhin gefördert werden. Ausdrücklich begrüßt wird von beiden Fraktionen des Landtags zudem die Ankündigung, die Fördersummen über die Film – und Medienstiftung zu verdoppeln. Die Aufnahme von eSport in die Abgabenordnung des Bundes soll geprüft sowie der Prozess der organisatorischen und gesellschaftlichen Verbindung von eSport mit traditionellem Sport positiv begleitet werden. Wissenschaftliche Forschung und Erkenntnisse rund um eSport sollen ebenfalls gefördert werden. Die Anpassungen des Jugendschutzgesetzes (JuSchG) sollen in Abstimmung mit dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) auf Bundesebene begleitet und geprüft werden.

Der Antrag ist hier verfügbar:

https://www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD17-3578.pdf

Impulse für andere Bundesländer: Positives Signal an die deutsche Games-Branche

Bisher sind die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein beauftragt, sich für die Anerkennung von eSport einzusetzen. Diese würden mit Nordrhein-Westfalen einen starken Mitstreiter zur Seite gestellt bekommen. Spannend wird es außerdem sein, zu beobachten, wie sich die anderen Fraktionen des nordrhein-westfälischen Landtags zu den Forderungen der Regierungsfraktionen positionieren werden. Der Antrag ist auf jeden Fall nicht nur für NRW und die dort ansässigen Games-Unternehmen positiv zu bewerten, sondern kann und sollte auch als Impulsgeber für andere Bundesländer und den Games-Standort Deutschland dienen.

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