gamescom 2018 mit aufregenden Rahmenprogramm
veröffentlicht von Martin Lorber am 08. August 2018

gamescom: Das Rekordjahr 2018

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Die gamescom brach zum zehnjährigen Jubiläum in Köln in diesem Jahr alle Rekorde. Stolze 370.000 Tickets wurden verkauft. Fachbesucher, Spiele-Fans, Entwickler, Publisher und Journalisten sowie Vertreter von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft unterstrichen, welche Bedeutung die weltweit größte Messe für digitale Spiele und Spielkultur für die gesamte Branche hat. Das ist für die Stadt Köln und das Bundesland Nordrhein-Westfalen genau wie für Deutschland als Industriestandort wichtig.

Politische Unterstützung für die deutsche Spielebranche

Des Öfteren habe ich darauf hingewiesen, wie wichtig und sinnvoll eine verstärkte Förderung der Spieleindustrie in Deutschland ist. Im aktuellen Koalitionsvertrag hält die Bundesregierung fest, dass sie den Entwicklungsstandort Deutschland mit Bundesmitteln fördern will. Die zahlreich anwesenden Politiker auf der Messe zeigten, dass es der politik hier ernst ist. Letztes Jahr wurde die gamescom von Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnet, dieses Jahr von der Staatsministerin für Digitalisierung, Dorothee Bär. Sie versprach, unter der Ägide des Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mehr Fördergeld für die deutsche Games-Branche.

Martin Lorber im Gespräch mit Tiemo Wölken, MdEP
Im Gespräch mit Tiemo Wölken, MdEP. Foto: EA/Sascha Kreklau

Standortnachteil minimieren

Diese positiven politischen Signale freuen mich ganz besonders, da Entwickler in Deutschland momentan nicht auf Augenhöhe mit anderen Ländern agieren können. So fördert Kanada beispielsweise die Spieleindustrie schon seit 20 Jahren intensiv. Hier bestehen für die Bundesrepublik weiterhin Standortnachteile, die es abzubauen gilt. Die gamescom nutzten wir die Branche als zentralen Dreh- und Angelpunkt für unseren Dialog mit der Politik und vielen Stakeholdern aus Industrie und Zivilgesellschaft. Die geführten Gespräche und die konkretisierten Förderungspläne lassen mich zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Bedeutung von digitalen Spielen für Erinnerungskultur, Bildung und Forschung

Viel diskutiertes Thema auf der gamescom war auch die kürzlich erfolgte Gleichstellung digitaler Spiele mit anderen Medien durch die Berücksichtigung der Sozialadäquanz. Beim gamescom congress 2018 diskutierten Andreas Lange (Direktor, Computerspielemuseum Berlin), Christian Schiffer, Herausgeber, WASD; Journalist beim BR und Dlf), Olaf Zimmermann (Geschäftsführer, Deutscher Kulturrat) und Jörg Friedrich (Paint Bucket Games) über digitale Spiele im Kontext von Erinnerungskultur und gesellschaftspolitischer Verantwortung. Die spannende Debatte ist in der Mediathek des WDR abrufbar. Außerdem wurde verstärkt darüber gesprochen, wie Spiele die Gesellschaft verändern können und wo sich konkrete Einsatzmöglichkeiten in Bildung und Forschung eröffnen. Ich selbst nahm im Rahmen des gamescom congress an einer wichtigen Diskussion zum Thema “Alles Einstellungssache? Technischer Jugendschutz als Lösungsansatz bei Online Games” teil und konnte gemeinsam mit der USK auf tolle technische “Hilfsmittel”, wie IARC und JusProg hinweisen.

Digitale Spiele als Kulturgut

Zu den weiteren Highlights gehörten für mich persönlich die spannenden Begegnungen mit Gästen aus der deutschen Stiftungslandschaft, die von der Stiftung Digitale Spielekultur in die Welt der digitalen Spiele eingeführt wurden. Vertreterinnen und Vertreter der Goethe-Institute in Addis Abeba und einigen weiteren afrikanischen Städten, stellten das location-based Game Enter Africa zusammen mit Christoph Deeg vor, der das Projekt ins Leben gerufen hat. Solch spannende und interessante Begegnungen sind auf der gamescom definitiv kleine Höhepunkte, da sie die große Relevanz digitaler Spiele als Kulturgut über das reine Entertainment hinaus aufzeigen.

eSport als Massenmarkt

Eine weitere Erkenntnis der diesjährigen gamescom: Streaming und eSport entwickeln sich gemeinsam zu einem absoluten Massenmarkt-Phänomen. Schon heute sehen wir, wie Menschen in ausverkaufte Arenen pilgern, um ihre favorisierten eSportler und Teams anzufeuern und live zu erleben. Gleichzeitig verfolgen Tausende von Menschen die Partien online über Livestreams, beispielsweise über Plattformen wie Twitch. Darüber hinaus war ich überwältigt von dem Feedback der vielen Influencer in unserem „Influencer-Hub“ im Fachbesucherbereich,

gamescom: Auch in Zukunft die zentrale Plattform für Digitalisierung und Spielkultur

Mittlerweile werden die Highlights der großen Spielemessen wie der E3 in Los Angeles oder der gamescom in Köln per Live-Streaming übertragen. Wie die jährlichen neuen Besucherrekorde jedoch ganz klar zeigen, sind große Messen wie die gamescom und das Streamen, um die Fans zu Haus zu erreichen, kein Widerspruch. Im Gegenteil: Die Messen haben nur dann eine Zukunft, wenn das Erlebnis vor Ort per Stream in die ganze Welt hinausgetragen wird. Gelingt dies weiterhin, wird die gamescom in Zukunft die zentrale Plattform zum Thema Digitalisierung und Unterhaltungskultur in Deutschland bleiben.

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