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veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2018

Games-Förderung: Creative Europe MEDIA startet neue Förderrunde 2018

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Creative Europe MEDIA startet eine neue Förderrunde für die Entwicklung von Videospielen. Spieleproduzenten können zwischen 10.000 und 150.000 Euro für die Entwicklung von innovativen Konzepten bis hin zum ersten spielbaren Prototypen aus dem Fördertopf der EU mit einem Gesamtvolumen von 3,78 Millionen Euro beantragen.

Creative Europe MEDIA

Mit dem 2014 gestarteten Programm Creative Europe ist MEDIA, das Förderprogramm der Europäischen Union für die audiovisuelle Branche, bereits in seine fünfte Laufzeit seit 1991 gegangen. Der Creative Europe Desk KULTUR (CED KULTUR) fungiert als offizielle deutsche Kontaktstelle für die Kulturförderung der Europäischen Union und unterstützt Kultureinrichtungen aus ganz Deutschland bei der Suche nach dem geeigneten EU-Fördertopf und weiteren europäischen Förderprogrammen. Als Teil des europaweiten Beratungsnetzwerks der Creative Europe Desks werden darüber hinaus regelmäßig Seminare, Workshops und Informationsveranstaltungen in ganz Deutschland angeboten.

Das Programm Creative Europe umfasst u.a. die beiden Teilprogramme KULTUR und MEDIA. Daher erfolgt die Beratung zu Creative Europe getrennt nach Teilprogrammen. Zum Teilprogramm MEDIA (Filmförderung der EU) informieren in Deutschland vier Büros mit Sitz in Berlin/Potsdam, Düsseldorf, Hamburg und München.

Ziel: Förderung von Innovation und kultureller Vielfalt

Das Ziel der Initiative ist es, die Entwicklung von Spielen und Spiele-Konzepten, die ein Höchstmaß an Originalität, Innovation und kultureller Vielfalt versprechen, zu fördern. Eine Grundvoraussetzung dafür ist das Bestehen einer narrativen Erzählstruktur, gleichzeitig sollen die Spiele großes Potential für die kommerzielle Auswertung auf europäischen und internationalen Märkten haben.  Für eine Förderung spielt das Genre nur eine untergeordnete Rolle, sowohl Adventure-Games, Strategie- oder Rollenspiele sind willkommen. Die antragstellende Firma muss seit mindestens einem Jahr bestehen und die kommerzielle Auswertung eines von ihr entwickelten narrativen Spiels anhand eines Sales Reports nachweisen. Bei der Bewertung der Projekte zählen nicht nur inhaltliche Qualität und Originalität, sondern unter anderem die Strategien für Entwicklung, Finanzierung, Vertrieb und Marketing, sowie das Alter des Zielpublikums. Dabei werden in diesen Kategorien Punkte vergeben, so gibt es etwa für ein Zielpublikum im Alter bis zu 12 Jahren gleich 5 Punkte auf die Förderwürdigkeit.

Interessante Projekte

In der letzten Förderrunde zeigte sich erneut eine große Beteiligung: 146 Ideen aus 19 Ländern wurden zur Prüfung eingereicht. Am Ende konnten 32 Spiele aus 13 Ländern mit insgesamt über 3,7 Millionen Euro bei ihrer Entwicklung unterstützt werden.

Auch deutsche Spieleentwickler profitierten mit etwa einer halben Million Euro von der Unterstützung durch die Europäische Union. Gefördert wurde beispielsweise „Superlatent“, entwickelt vom Point-and-Click Spezialisten Daedalic Entertainment aus Hamburg. Geschäftsführer Carsten Fichtelmann: „Die Förderung durch Creative Europe war ein wichtiger Schritt, um die Verwirklichung des neuen Spiels von „Deponia“-Autor Jan Müller-Michaelis zu ermöglichen. Angesichts steigender Produktionskosten ist die Förderung ein wichtiger Baustein, um international konkurrenzfähige Spiele zu entwickeln.“

Weitere Förderbeträge erhielten zwei Firmen aus Köln: The Good Evil GmbH für “Squirrel & Bär – Abenteuerreise: Europa”, einem Adventure zum Kennenlernen der kulturellen Vielfalt in Europa, und Nurogames für das Point-and-Click-Abenteuerspiel “Tales of Times”. Eine vollständige Liste der geförderten Projekte gibt es unter dem folgenden Link zu finden.

Games-Förderung in Deutschland

Unzureichende Rahmenbedingungen machen es deutschen Spielefirmen schwer, im internationalen Vergleich mithalten zu können. Durch eine strategische und konsequente Unterstützung der Gamesbranche sind andere Länder wie Frankreich oder Großbritannien in den letzten Jahren immer weiter davongezogen. Deutschland verliert als Entwicklungsstandort für digitale Spiele im internationalen Vergleich zunehmend an Bedeutung.  Die Möglichkeit einer Förderung durch die EU ist daher ein wichtiger Schritt zur Stärkung der deutschen Games-Branche. Der letztmögliche Einreichtermin für interessante Projekte bei Creative Europe MEDIA ist der 8. März 2018. Alle weiteren Informationen rund um die Fördermöglichkeiten gibt es online unter http://creative-europe-desk.de zu finden. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Erfolg bei ihren Projekten!

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