Game-Audio-Branche in Deutschland: Studie veröffentlicht
veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2017

Game-Audio-Branche in Deutschland: Studie veröffentlicht

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Viele Komponisten und Sounddesigner sehen Game Audio als vielversprechendes Berufsfeld an. Videospielmusik ist aufgrund ihrer Adaptivität ein äußerst komplexes und spannendes Fachgebiet. Außerdem ist sie auch längst in der Popkultur angekommen. Allerdings kann es schwierig sein, sich ohne fundierte Kenntnisse über den Arbeitsmarkt, Einkommenserwartungen und die üblichen Geschäfts- und Arbeitspraktiken in der Branche zu behaupten. Die Game Audio Industry Study 2017 wurde von dem Videospiel-Komponisten Yannick Süß durchgeführt, der unter anderem Musik für Videospiele wie Europa Universalis 4 und Crusader Kings 2 komponierte. Dank ihm ist nun ein ausführlicher, unabhängiger Report über die Game-Audio-Branche verfügbar.

Umfangreiche Erkenntnisse zur Game-Audio-Branche

Die Befragung ist in 5 Kategorien eingeteilt, darunter Arbeit und Umfeld, Ausbildung und Karriere, Arbeits- und Geschäftspraktiken bei der Arbeit an Videospielen, Vergütung und Einkommen sowie Vertragliches und Rechtliches. 138 internationale Teilnehmer haben zu der Befragung zwischen dem 7. November und dem 11. Dezember 2016 beigetragen. Sie haben dabei geholfen, wichtige Daten und Informationen zu Themen zu sammeln, die bisher noch nicht in der Forschung zu Game Audio berücksichtigt wurden.

So hat sich die Forschung bisher nur auf die allgemeine Ausbildung von Mitgliedern der Game-Audio-Branche fokussiert. Die Studie differenziert zwischen akademischen Abschlüssen im Allgemeinen und der akademischen Ausbildung mit Audio-Bezug, was sich als wichtige Maßnahme erwies: Games-Komponisten und Sounddesigner hatten mit ca. 78% etwa gleich häufigen einen Hochschulabschluss, allerdings hatte dieser für Sounddesigner (70%) wesentlich häufiger einen Bezug zu Audio als für Komponisten (46%). Yannick Süß selbst kennt sich in der Branche sehr gut aus: Neben seiner Arbeit als Komponist und Arrangeur arbeitete er in der Strategieberatung sowie in der Produktion von Filmmusikkonzerten und war 2012 Mitgründer von Audity.

Große Unterschiede in der Vergütung

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass es große Unterschiede in der Vergütung gibt: abhängig von der Region und für die Gehälter von Angestellten genauso wie für die Einkommen von Freiberuflern bzw. die Vergütungsraten pro Minute Musik. Die durchschnittliche Rate pro Minute Musik für deutsche Videospielkomponisten betrug 391€, während die durchschnittliche Rate in Nordamerika (USA + Kanada) mit 717 € deutlich höher lag.

Interessierte finden die Ergebnisse der Studie unter www.gameaudioindustry.com.

 

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