Parlamentarischer Abend
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2018

Diskussion um notwendige Stärkung der deutschen Games-Branche

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In dieser Woche folgten über 170 Gäste der Einladung des game – Verband der deutschen Games-Branch zur Podiumsdiskussion #gamechanger: Eine neue Games-Politik für Deutschland bei der sich der neugegründete Verband dem politischen Berlin vorstellte. Die vielen hochkarätigen Gäste diskutierten über Themen, die die Games-Branche in den kommenden Jahren beschäftigen werden. Der Fokus lag dabei auf der im neuen Koalitionsvertrag in Aussicht gestellten Games-Förderung, der Sicherung des Fachkräftebedarfs in der Digitalwirtschaft und der Notwendigkeit zur digitalen Bildung.

Games-Förderung: Politik muss liefern

Zum Thema Games-Förderung waren sich die Beteiligten einig, dass den Worten schnell Taten folgen müssen. „Der Koalitionsvertrag ist eine gute Grundlage, aber jetzt müssen wir auch aktiv werden”, sagte Michelle Müntefering (Medien- und Kulturpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion) und ebenso begrüßte Dr. Konstantin von Notz (stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Bündnis 90/Die Grünen-Bundestagsfraktion) die neuen Entwicklungen: “[…] es hängt jetzt davon ab, ob das auch mit Geld hinterlegt wird.“

Games-Förderung: An den Kriterien schrauben

Die Diskutanten legten aber auch die Probleme und Hürden einer potentiellen Games-Förderung in Deutschland dar. Katja Suding (stellvertretende Fraktionsvorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion) merkte im Zusammenhang mit der Gamesförderung an, dass gerade die Definition von „hochwertigen“ Produktionen schwierig sei. Der Staat solle nicht über Qualität von Spielen urteilen. Müntefering pflichtet dieser Ansicht bei: „Es geht nicht darum, dass der Staat entscheidet, was ein gutes oder ein böses Spiel sei.“ Auch sei auf keinen Fall der pädagogische Wert entscheidend, ob es gefördert werden solle oder nicht, auch nicht eine niedrige USK-Altersfreigabe. „Dennoch muss es eine Art von Kulturförderung sein, sonst wäre das europarechtlich schwierig. Das machen aber alle anderen Länder auch so.“

eSport als große Chance

Zusätzlich war auch eSports ein Thema. Dazu meinte von Notz: „eSports ist eine riesen Chance, gerade auch für kleinere Städte und Gemeinden. Die eSportler sind unheimlich begeisterungsfähig und engagiert. Ich kann nur raten, sich da zu beteiligen und beweglich im Kopf zu bleiben.“ Nadine Schön (stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion) sieht allerdings noch eine Reihe von Herausforderungen: „Wir sind uns zwar einig, da gibt es aber schon noch Vorbehalte in der Gesellschaft. Die Anerkennung wächst, aber es gibt noch ein ganzes Stück Arbeit, da müssen alle ran, auch der Verband.“

Ich gratuliere dem game zu der gelungenen Veranstaltung. Die Auswahl der Gäste auf dem Podium war perfekt und es entwickelte sich eine fruchtbare Diskussion zwischen Felix Falk und den Gästen. Zusätzlich freue ich mich über viele weitere MdBs im Publikum. Es ist zu spüren, dass der game für eine stärkere Anerkennung und Auseinandersetzung mit Computer- und Videospiele als wichtiger Wirtschaftsfaktor, innovatives Bildungs- und Kulturmedium im politischen Berlin sorgen wird.

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