Bundeshaushalt 2020: Games-Förderung sorgt für Planungssicherheit
veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2019

Bundeshaushalt 2020: Games-Förderung sorgt für Planungssicherheit

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Die Games-Branche in Deutschland atmet auf: Auch im nächsten Jahr wird es Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro für die Förderung von Spiele-Entwicklungen in Deutschland geben. Das hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags entschieden. Zuvor herrschte über mehrere Monate Unsicherheit darüber, ob die erst im vergangen Jahr eingeführte Games-Förderung auf Bundesebene überhaupt bestehen bleibt. An der Entscheidung einen großen Anteil hat die harte Arbeit des game – Verband der deutschen Games-Branche, der schon länger für die Spieleindustrie in Deutschland einsteht und Planungssicherheit einfordert. Der Etat der Games-Förderung wurde nun für die kommenden Jahre bis 2023 im Bundeshaushalt abgesichert. Aus meiner Sicht ist die Entscheidung ein starkes Signal für den Games-Standort Deutschland!

Games-Förderung im Koalitionsvertrag der Bundesregierung verankert

Eine bundesweite Games-Förderung wurde im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbart. Entsprechend stellte der Bundestag im vergangen Jahr ein Budget von 50 Millionen Euro zur Verfügung, angesiedelt beim Bundesverkehrsministerium. Allerdings fehlten noch vor dem Start der Förderung die 50 Millionen Euro im Regierungsentwurf des Bundeshaushaltes für das Folgejahr 2020. Und das, obwohl das Interesse an der Games-Förderung riesig war: 380 Projektvorschläge wurden für die sogenannte De-minimis-Förderung, die Pilotphase der Games-Förderung, beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht. Mit konkreten Projekten in der Hinterhand warten zudem bereits 295 weitere Unternehmen auf die EU-Notifizierung der finalen Förderrichtlinie.

Games-Förderung: Wettbewerbsnachteile Deutschlands verringern

Die Games-Förderung soll insbesondere dazu dienen, die bestehenden Wettbewerbsnachteile Deutschlands bei der Spieleentwicklung zu verringern. Andere Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Kanada fördern seit vielen Jahren die Games-Branche vor Ort. Daher sind Spiele-Entwicklungen in Deutschland um bis zu 30 Prozent teurer. Folglich fällt der Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt seit Jahren, obwohl der Games-Markt insgesamt stark wächst. Zuletzt blieben von 100 Euro, die in Deutschland für Computer- und Videospiele ausgegeben wurden, lediglich noch 4,30 Euro bei deutschen Entwicklern. Auch die Anzahl der Beschäftigten ist trotz des starken Marktwachstums weltweit und in Deutschland in einem Jahr um 5,9 Prozent gesunken. Das Problem ist eindeutig: Die Branche boomt, deutsche Unternehmen profitieren davon aber nicht. Den Standort Deutschland insgesamt in Sachen Spielkultur – auch durch eine Games-Förderung – nachhaltig zu stärken, könnte sich für den deutschen Finanzminister allerdings lohnen: Welche positiven Effekte eine Förderung auslösen kann, zeigt das Beispiel Frankreich. Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Dazu kommen zusätzliche Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro.

Games-Förderung sorgt für Innovations-und Wettbewerbsfähigkeit

Die Absicherung der Games-Förderung stellt zunächst die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen in Deutschland auf festen Boden. Ich bin mir sicher, dass letztendlich weit mehr als die bisherigen 380 Bewerbungen beim Verkehrsministerium eingehen werden.

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