veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2014

Maximilian Schenk: Interview zum nationalen IT-Gipfel in Hamburg

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Am 21.10.2014 fand in Hamburg der vielbeachtete „Nationale IT-Gipfel“ der Bundesregierung statt. Neben Experten und Wirtschaftsvertretern aus den verschiedensten Branchen nahmen viele Mitglieder der Bundesregierung daran teil. Da die hier besprochenen Themen auch von großer Bedeutung für die Computer- und Videospielindustrie sind, war der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) – auch EA ist hier Mitglied – in Person ihres Geschäftsführers Dr. Maximilian Schenk vor Ort. Ich hatte die Gelegenheit im Nachgang über seine Erwartungen an den Gipfel und dessen Bedeutung für die Computer- und Videospielindustrie zu sprechen. Viel Spaß beim Lesen.

Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Quelle: BIU
Dr. Maximilian Schenk, Geschäftsführer Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) Quelle: BIU

Maximilian Schenk: Interview zum nationalen IT-Gipfel in Hamburg

Martin Lorber: Am Dienstag fand in Hamburg unter Beteiligung vieler hochrangiger Mitglieder der Bundesregierung der Nationale IT-Gipfel statt. Du warst auf dem Gipfel für den BIU vor Ort. Mit welchen Erwartungen und Forderungen bist Du dort hingefahren?

Maximilian Schenk: Ich kenne den IT-Gipfel schon seit vielen Jahren. Das ist zwar mehr ein Meet-and-Greet, aber es ist immer wieder spannend zu sehen, wie sprechfähig die Politik in Sachen digitale Wirtschaft ist, wie viel Substanz man auf der Bühne erleben kann.

Ich hatte schon die Hoffnung, dass die Politik sich zu belastbaren Zusagen hinsichtlich der Chancen der Digitalisierung unserer Gesellschaft hinreißen lässt. Und dass wir vielleicht auch die eine oder andere Ankündigung hören, wie die digitale Agenda mit konkreten Maßnahmen unterfüttert werden soll.

Unsere Forderungen haben wir ja vorab in einem offenen Brief veröffentlicht (http://www.biu-online.de/de/presse/pressemitteilungen/veroeffentlichungen/offener-brief-anlaesslich-des-nationalen-it-gipfels-und-der-digitalen-agenda.html). In dem Brief haben wir nur einen Teil unserer Forderungen an die Politik im Zusammenhang mit der deutschen Computer- und Videospielindustrie formuliert, nämlich jene, die einen direkten Zusammenhang zur Digitalen Agenda und zum IT-Gipfel haben. Im Mittelpunkt steht dabei ein schnellerer und ambitionierterer Netzausbau als das, was die Politik sich im Augenblick vorgenommen hat. Ich finde man sollte die Ergebnisse noch in dieser Legislaturperiode erreichen. Und 50 Mbit pro Sekunde reichen nicht. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass wir nicht auf jedem Berggipfel in den Alpen ein solches Netz brauchen, aber eine flächendeckende Abdeckung mit 50 Mbit ist das absolute Mindestmaß, die Regel sollte 200 sein. Sonst wird es nicht möglich sein, Unternehmen in der Digitalwirtschaft auf breiter Basis aufzubauen.

ML: Und was waren dann die Inhalte des Gipfels?

Maximilian Schenk: Bemerkenswert war, dass es im Kern nicht nur um die klassische IT-Industrie ging – was früher eher der Fall war –, sondern darum, wie man die Digitalisierung der Gesellschaft insgesamt nutzen kann. Vor allem auch im Bereich der ganz klassischen Industriezweige, wie zum Beispiel im Maschinenbau. Da ging es viel um Effizienzvorteile, Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und so weiter. Da hat man schon gemerkt, dass die Politik mehr auf das Thema anspringt, wenn die klassischen Industrien auch beteiligt sind. Es gab dann auch eine Live-Schaltung zum parallel stattfindenden Maschinenbau-Gipfel in Berlin – die aber wegen einer schlechten Internetverbindung ordentlich schief ging …

ML: Wie bewertest Du die Ergebnisse des Gipfels?

Maximilian Schenk: Auf jeden Fall war wurde klar, dass die Politik das Thema digitale Agenda ernst nimmt und sich wirklich bemüht. Ich würde sagen, viele Erwartungen wurden erfüllt, aber nicht alle Hoffnungen. Und konkrete weitere Ankündigungen zum Beispiel in puncto besseren Netzausbau gab es leider nicht.

ML: Welche Auswirkungen haben die Ergebnisse auf die deutsche Computer- und Videospielbranche?

Maximilian Schenk: Da sehe ich leider keine konkreten Auswirkungen zum Besseren. Man hat sich gegenseitig versichert, wie wichtig es ist, die Chancen der Digitalisierung zu erkennen. Aber das ist ja auch schon ein gutes Ergebnis!

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