In der Rubrik „Lesenswert“ stelle ich regelmäßig spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vor.
veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2012

Lesenswert #43: Gewaltdebatte, Augmented Reality und soziale Zocker

Teilen auf:

In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

Computerspiele und Gewalt?

Fördern Computerspiele die Gewaltbereitschaft? Dieser Frage geht ein Beitrag des ARD- Magazins „artour“ nach. Martin Geisler, Medienpädagoge und Mitglied des vor 5 Jahren gegründeten Instituts für Computerspiel „Spawnpoint“ in Erfurt, sieht noch keine monokausalen Zusammenhänge zwischen gewalthaltigen Inhalten und tatsächlicher Gewaltanwendung. Seiner Erfahrung nach besteht sogar eine große Diskrepanz zwischen der öffentlichen Wahrnehmung und Debatte zu dem relativ jungen Medium Spiel und der tatsächlichen Lebensrealität von Spielern. Denn Medien sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen und Computerspieler längst nicht so unsozial sind, wie es uns das gängige Vorurteil glauben machen möchte. Chancen, wie gesteigerte Leistungsfähigkeit des Hirns, als auch Nachteile, wie exzessiver Spielkonsum, werden nüchtern und sachlich besprochen. Das kluge Fazit des Beitrags: Auf die Dosis kommt es an und auf die Medienkompetenz der Spieler und der Kritiker.

Soziale Zocker

Das noch vor wenigen Jahren gängige Vorurteil des einsamen Spielers, der sozial inkompetent ist und sich in seine Traumwelt flüchtet, nimmt in der öffentlichen Sichtweise zu Computer- und Videospiele glücklicher Weise zunehmend ab. Nun zeigt eine wissenschaftliche Studie, dass sich Spieler kooperativer Spiele, darunter auch die gerne als Killerspiele verschrienen Ego-Shooter, wesentlich uneigennütziger gegenüber ihren Mitmenschen geben. Die im Spiel aufgebaute Wertschätzung sozialer Kooperation wird auf das „reale“ übertragen. Computer- und Videospiele sind also durchaus förderlich. Die BILD berichtet: http://www.bild.de/spiele/spiele-news/computerspiele/koop-zocken-steigert-sozial-verhalten-26457294.bild.html

Augmented Reality

Serious Games. Ein Thema, dass diesen Blog schon häufiger umtreibt. Denn für Spiele entwickelte Techniken finden auch außerhalb spielerischer Anwendungen immer mehr Gebrauch. Ein Beispiel dafür ist die so genannte Augmented Reality. In groben Grundzügen erklärt, ermöglicht diese Technologie Bilder der Realität um zusätzliche Informationen zu ergänzen. Wer sich über Stand der Technik und deren Einsatzmöglichkeiten informieren möchte, dem lege ich einen Artikel inklusive Video von Serious Games Berlin nahe.

Kommentare
  1. Malte sagt:

    Weil die Quelle zu „soziale Zocker“ doch etwas dubios ist, hier Verweise zur Pressemittelung der Universität
    http://researchnews.osu.edu/archive/violcoop.htm

    sowie zu den Originalartikeln:
    http://online.liebertpub.com/doi/abs/10.1089/cyber.2011.0308
    http://crx.sagepub.com/content/early/2012/08/14/0093650212456202.abstract

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *