Lesenswert #30: Schöne Welten und skurrile Ideen

01. April 2012, Martin Lorber

In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

Virtuelle Fotografie

Futuristische Skyline aus dem Spiel Deus Ex: Human Revolution (Quelle: Steam Postcards)

Futuristische Skyline aus dem Spiel Deus Ex: Human Revolution (Quelle: Steam Postcards)

In einem äußerst lesenswerten Artikel geht Rainer Sigl vom ORF auf Fotosafari in digitalen Spielwelten. Dazu stellt er zwei prominente Vertreter der Kunstfotografie vor, die ihre Motive ausschließlich in virtuellen Welten finden. Dabei setzen Iain Andrews von „Steam Postcards“ und Duncan Harris von „DeadEndThrills“ unterschiedliche ästhetische Elemente in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Während auf Steam Postcards oftmals melancholisch verlassene Orte und die Schönheit urbaner Landschaften gezeigt werden, beschreibt DeadEndThrills seine Kunst als „videogame tourism“, und stellt beeindruckende Architekturbilder, Actionfotos oder Porträts in den Vordergrund. Die Ergebnisse zeigen, dass virtuelle Motive eine ebenso prächtige Bildsprache entwickeln können wie ihre realen Gegenstücke.

Wettkampf der Game Designer

Sieger der diesjährigen Experimental Gameplay Session (Quelle: wallfour.co.uk)

Sieger der diesjährigen Experimental Gameplay Session (Quelle: wallfour.co.uk)

Im Rahmen der diesjährigen Games Developers Conference in San Francisco fanden wie in jedem Jahr wieder einige Designwettbewerbe statt. Höhepunkt der Veranstaltung bildeten die Experimental Gameplay Session, bei der Games Designer ihre verrücktesten Ideen vorstellten. Sieger des Events wurde wallfour, die das Publikum per Laserpointer und Leinwand spannende Raumgefechte austragen ließ. Aber auch die anderen Teilnehmer verzückten das Publikum mit ihren Ideen. Hier wurden einige sehr spannende und skurrile Spielideen präsentiert, die  zeigen, dass im Kulturgut Spiele noch ein riesiges Potential schlummert, welches nur darauf wartet ausgereizt zu werden. In dem Artikel auf heise.de können Sie sich selber ein Bild von der ganzen Sache machen.

Videospiele als künstlerischer Ausdruck

Da im heutigen Lesenswert schon einmal auf die optische Pracht virtueller Welten eingegangen wurde, möchte ich Ihnen ein schönes Video nicht vorenthalten, dass die Spielewelt von „Need For Speed: The Run“ zeigt. Hier kann man auch sehr gut sehen welche Möglichkeiten moderne Grafik-Engines haben.

ON THE RUN – A close look at world art of Need For Speed




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Kommentare

  1. Marc schreibt am 2. April 2012 um 12:50

    Hallo,

    sehr schöne und beeindruckende Bilder, aber ich möchte anmerken, dass die noch weit davon entfernt sind, der Realität nahe zu kommen oder eine ähnliche Bildsprache entwickeln. Ich finde es toll, dass sich Künstler hier ausprobieren und neue Wege und Praktiken finden, letztlich ist Malerei auch nichts anderes.
    Als neue Art gut anzuerkennen, aber es mit der Realität zu vergleichen schlägt dann doch noch fehl.

    mit freundlichen Grüßen

    Marc Nemitz

    • Martin schreibt am 2. April 2012 um 17:01

      Lieber Herr Nemitz,

      vielen Dank für Ihren Kommentar. Es freut mich, dass Sie die Bilder ebenso ansehnlich finden wie ich. Natürlich können die Bilder nicht mit der Realität verglichen werden. Schließlich bilden sie künstlich geschaffene Welten ab. Allerdings finde ich, dass Kunstfotografien, die sich realer Motive bedienen, auch nur eine sehr artifizielle Darstellung der Motive zeigen.
      Ich denke, dass virtuelle Fotografie ähnliche Aspekte berücksichtigen muss um Faszination bei dem Betrachter auszulösen wie die klassische Fotokunst. Somit sind die beiden Medien durchaus zu vergleichen.

  2. Roman schreibt am 4. April 2012 um 19:44

    Nun, vielleicht ist auch die Annahme etwas exotisch, Kunst wolle anerkannt werden. ;)

    Ich für meinen Teil bin gespannt auf Fotos von Bugs, Glitches, Tweaks, Hacks, auf Abstraktes und Absurdes – und auf das Stirnrunzeln im Kunstbetrieb.

  3. Pingback: Gaming Photography | nerd gold

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