In der Rubrik „Lesenswert“ stelle ich regelmäßig spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vor.
veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2011

Lesenswert #22: Inselhopping – über dynamisches Questdesign, Quote Unquote und Spielejournalismus von der anderen Seite

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In der Rubrik „Lesenswert“ möchte ich Ihnen auch heute wieder spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vorstellen. Wie immer freue ich mich über alle Hinweise zu weiteren Links und Veröffentlichungen per E-Mail oder über die Kommentarfunktion.

„Inselhopping – Über dynamisches Questdesign“

Benedikt Klinghammer vom Blog Pixelzwist.de beschäftigt sich in einem umfangreichen Artikel mit dynamischem Questdesign in Spielen. Der Autor beleuchtet verschiedene Möglichkeiten der Geschichtenerzählung und ihre Auswirkungen auf den Konsumenten. Im Kern kritisiert er Linearität und stellt ein dynamisches Prinzip vor, welches dem Spieldesigner ermöglichen soll, Versatzstücke der zu erzählenden Geschichte in definierbaren Zeitabständen an den Spieler zu bringen.

„Durch diese klare Dosierbarkeit entfällt der bisher praktizierte und zum Rest des Spielgeschehens unverhältnismäßige Aktions-Overkill in den Storyinseln. Die Geschichte kann daher in ihrer Präsentation konsistenter und in ihrer Art sowohl subtiler als auch vielschichtiger ausfallen. Und gerade dieser intellektuelle Anspruch an eine Geschichte, im Bewusstsein immer gigantischer werdender Spielwelten, ist es doch der uns so sehr fehlt und der die Diskrepanz zwischen Präsentation und Inhalt so eklatant ausfallen lässt.“

„Quote Unquote“

Steve Cook sammelt auf seiner Seite Quote Unquote Gesprächsfetzen und Interviews mit bekannten und weniger bekannten Entwicklern aus der Indiegame-Szene. Die ersten 50 dieser Interviews hat er nun auf einer eigenen Seite gesammelt und mit Bildern versehen.

„Spielejournalismus von der anderen Seite“

Designer, Fotografen und New Media-Künstler entdecken virtuelle Welten als Spielplatz für „irrealen Journalismus“. Sie begleiten Clans bei ihren Einsätzen als Kriegsfotografen oder dokumentieren Gebäude, Landschaften und Situationen innerhalb von Videospielen.

Der Niederländer Robert Overweg präsentiert in seinem Blog Shot by Robert Bilderserien, die sogenannte Glitches, also von Entwicklerseite ungewollte Fehler in Programmen thematisieren. Die Aufnahmen erinnern an surreale Gemälde und wurden bereits in diversen Ausstellungen gezeigt. Eine andere seiner Arbeiten handelt vom buchstäblichen Ende virtueller Welten.

Kent Sheely widmete sich 2007 dem Titel GTA San Andreas, gefolgt von Half-Life 2 (2008). Inspiriert durch die Arbeiten des Reportagefotografen Robert Capa verschlug es Sheely schließlich zu Ego-Shootern, die an den 2. Weltkrieg angelehnt sind (siehe World War II Redux und DoD 2011). In einem Interview mit Gamescenes spricht er von seiner Arbeit und seinen Intentionen.

Der Macher der Seite Dead End Thrills hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spiele von ihrer schönsten Seite zu zeigen. Titel wie beispielsweise The Elder Scrolls V: Skyrim, Modern Warfare 2, und Portal 2 werden mit Hilfe kleiner technischer Tricks ins richtige Licht gerückt und vermitteln in dieser Form eine Ästetik, die im Spiel selbst oft nur unbemerkt an einem vorbeirauscht.

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