In der Rubrik „Lesenswert“ stelle ich regelmäßig spannende Beiträge, Artikel und Meinungen zum Thema „Spielkultur in Deutschland“ vor.
veröffentlicht von Martin Lorber am 04. April 2016

Diskussionen zum Medium Spiel – Lesenswert #116

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Ästhetik der Computerspiele

Natascha Adamowsky bespricht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung das Buch „Computerspiele – Eine Ästethik“ des Philosophen Daniel Martin Feige. Sie wirft ihm auf der einen Seite vor, die Theorie des Spiels an sich zu vernachlässigen, lobt aber auch den Ansatz, dass man selbst spielen müsse, um über Spiele sprechen zu können. Spiele seien für Feige intellektuell mitreißende Gegenstände: Gerade aufgrund ihrer interaktiven Handlungsmöglichkeiten – beispielsweise durch moralische Entscheidungen – und der Möglichkeit zur Reflexion dieser entfalte sich eine dem Medium eigene Form von Kunsterfahrung. Eine Einschätzung, der ich mich nur anschließen kann. Wer sich also einmal auf philosophischer Ebene mit der Ästhetik von Computerspielen auseinandersetzen möchte, findet in Feiges Werk sicherlich anregende Lektüre.

Kulturelle Spielkritik

Warum das Ziel kulturelle Spielkritik in Deutschland zu verankern, längst erreicht ist und welche Konsequenzen das für Spieler und Presse hat, erläutert Joe Köller in einem kontroversen Beitrag auf videogametourism.at.

Virtual Reality auf der International Games Week Berlin

Die Tagesthemen beschäftigten sich am 18.04.2016 mit Hard-und Software, die rund um das Thema Virtual Reality bei der International Games Week in Berlin gezeigt wird. Dieser Kongress verbindet die Spiele-Industrie mit Technologie und Kultur und findet vom 18. – 24. April statt.

Vom Rockstar zum Spieleentwickler

Wie Johnny Galvatron auf die Idee kam, seine Musikkarriere an den Nagel zu hängen, um Computerspiele zu entwickeln, erläutert er ausführlich in einem Interview mit Allegra Frank auf polygon.com.

Spielerisch zum Quantencomputer

Anna Schughart erläutert bei wired, wie ein Spiel dänischen Wissenschaftlern dabei half, der Entwicklung eines Quantencomputers näher zu kommen. Das Geheimnis: Menschen vertrauen – im Gegensatz zu Computern – ihrer Intuition.

Trainieren in Deutschlands erstem eSport-Club

Kein normales Fitnessstudio steht in Vaterstetten bei München, sondern Deutschlands erster eSport-Club. Das Magazin PULS des Bayrischen Rundfunks hat sich angesehen, wie dort gemeinschaftlich die Gaming-Fähigkeiten trainiert werden können:

Spiele-Soundtracks auf Vinyl

Vinyl-Auflagen von Spiele-Soundtracks sind ein aktueller Trend, der für Sonja Wild auf superlevel.de jedoch mehr ist als nur eine geniale Marketing-Idee. Vielmehr werde dadurch die Leistung der hinter den Games-Kompositionen stehenden Künstlerinnen und Künstler zu Recht gewürdigt.

Vom Spielen leben

Trainiert wird natürlich auch um Profi-Gamer zu werden. Über das komplexe Geschäft mit dem eSport berichtet Dario Wünsch auf faz.net.

Schlau durch Spiele

Die Neue Zürcher Zeitung hat einen Gastartikel von mir und Martin Schutz veröffentlicht. In unserem gemeinsamen Buch „Gaming für Studium und Beruf“ zeigen wir auf, warum Computerspielen alles andere als Zeitverschwendung ist, sondern ein enormes Bildungspotential birgt. Wer wissen möchte, wie man analytische Fähigkeiten, Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit und viele weitere Kompetenzen mit Spielen trainieren kann, findet den dazugehörigen Artikel hier.

Perspektivenwechsel im Film Hardcore – Interessantes, aber misslungenes Experiment?

Der russisch-amerikanische Actionfilm Hardcore versucht sich daran, die aus Ego-Shootern bekannte subjektive Perspektive auf die Leinwand zu übertragen. Daniel Ziegeners Kritik zeigt auf, warum dies in seinen Augen dem Regisseur Ilya Naishuller nicht recht gelingen mag. Einen 90-minütigen Spielfilm könne dieses – durchaus interessante – Experiment nicht alleine tragen. Wirklich fesselnd bleibt die Darstellung des Hauptcharakters wohl also nur in Verbindung mit Interaktivität. Videospiele besitzen hier ein Alleinstellungsmerkmal, dass im Zuge von Virtual Reality – Entwicklungen, Multiplayer-Aspekten und interessantem Storytelling – bspw. in Verbindung mit moralischen Entscheidungen – weiterhin großes Potential besitzt. Nachzulesen ist Ziegeners Filmkritik auf superlevel.de.

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