JUSPROG
veröffentlicht von Martin Lorber am 06. Juni 2016

Technischer Jugendmedienschutz: JusProg

Teilen auf:

Um ihre Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten im Internet zu schützen, haben Eltern verschiedene Möglichkeiten. Sie können ihre Kinder zum Beispiel auf Schritt und Tritt begleiten. Kaum machbar und für die Entwicklung von Eigenständigkeit nicht wirklich förderlich. Eltern die ihre Kinder nicht gänzlich schutzlos in die weite Welt entlassen möchten, nutzen technische Jugendschutzprogramme, um die schlimmsten Auswüchse des Internets abzuwehren. Eines dieser Programme bietet der gemeinnützige Verein JusProg e.V. an, bei dem auch ich im Vorstand sitze.

Was ist JusProg?

JusProg e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche im Internet besser zu schützen. Zu diesem Zweck bietet JusProg das kostenfrei nutzbare JusProg-Jugendschutzprogramm an. Der Verein wurde 2003 von einigen deutschen Anbietern von Medieninhalten gegründet, um eine funktionierende und einfach handhabbare Filtersoftware zu entwickeln. JusProg finanziert sich größtenteils aus den Beiträgen seiner Mitglieder und erhält keine Fördergelder oder Unterstützung von staatlicher Seite in Deutschland. Die staatliche Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) erkannte das JusProg-Jugendschutzprogramm im Jahr 2012 offiziell an.

Wofür JusProg?

Ein Jugendschutzfilter alleine ist zwar kein Ersatz dafür, Kinder im Internet zu begleiten, doch sind sie eine Hilfe für die elterliche Aufsicht. Darüber hinaus sollten Eltern ihre Kinder in jungen Jahren stets bei ihren ersten Schritten im Internet zur Seite stehen. So können Kinder in einer sicheren Umgebung ihre Medienkompetenz gemeinsam mit den Eltern entwickeln. Allerdings kann man nicht sicher sein, immer dabei zu sein, wenn das Kind auf das Gerät zugreift. Zusätzlich müssen Eltern Kinder zur Entwicklung der eigenen Medienkompetenz auch mal alleine lassen. Das gehört dazu. Warum auf einen einfach nutzbaren und gut funktionierenden Zusatzschutz, wie ihn JusProg anbietet, verzichten? Schaden tut‘s sicher nicht und helfen allemal!

Wie funktioniert JusProg?

Einmal installiert und eingerichtet gleicht JusProg beim Aufruf einer Webseite die Adresse der Seite mit einer Filterliste ab. Entspricht die aufgerufene Seite nicht der eingestellten Altersstufe, wird die Website nicht angezeigt. Auf der Filterliste befinden sich inzwischen rund eine Millionen Domains von Webseiten, denen eine bestimmte Altersfreigabe zugeordnet ist. Jede Webseite wird von JusProg nach einem Label mit Informationen über die Jugendfreigabe abgesucht. Bei Seiten, die nicht dem eingestellten Alter entsprechen, verhindert JusProg den Zugang. Hinter dem Filter steht in einem ersten Schritt ein Crawler, der die Inhalte von Seiten prüft und identifiziert. Bestimmte Seiten werden in einem zweiten Schritt von menschlichen Prüfern gesichtet und bewertet.

Technischer Hintergrund

Ob eine Seite angezeigt wird oder nicht, prüft JusProg anhand verschiedener Listen. Die BPjM-Liste (absolut verbotene Webseiten), Elternlisten (Individuell eingerichtete Freischaltung/Blockade durch Eltern für ihr Kind), das Website-Label age.xml / age-de.xml und die JusProg-Filterliste.

Das Website-Label age.xml / age-de.xml ist eine einfache Datei, die der Website-Anbieter an eine bestimmte Stelle auf dem Server (Root) ablegt. Die xml-Datei kann die notwendigen Altersinformationen der gesamten Website oder Einzelseiten beinhalten. Jugendschutzprogramme können diese Altersinformation auslesen und dann gegebenenfalls den Seitenaufruf für Minderjährige blockieren. Ein einfaches Prinzip, was der Google Sitemap oder den robots.txt-Dateien ähnelt, nur eben für Altersklassen.

Ausblick

JusProg startet ganz aktuell mit einem neuen Internet-Auftritt in die Zukunft. Erfolge für den technischen Jugendmedienschutz, wie die Einführung des IARC-Systems, zeigen, wie zeitgemäßer Jugendschutz funktionieren kann und stärken Jugendschutzprogramme. Demnächst steht die erneute Anerkennung durch die KJM an. Ich bin mir sicher, dass es hier eine positive Entscheidung geben wird. Auf dem Weg zu einem modernen und zeitgemäßen Jugendschutz in Deutschland, wäre es auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.

Kommentare
  1. Pingback: Update | VDVC

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *