2014 besuchten rund 335.000 Menschen aller Altersklassen die gamescom. Für den Jugendschutz sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Quelle: gamescom
veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2016

Viel zu tun: Die USK veröffentlicht ihre Prüfstatistik 2015

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Bevor es zu einer Veröffentlichung kommt, müssen sich Computer- und Videospiele in Deutschland standesgemäß einer kritischen Prüfung durch die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) unterziehen (wenn sie nicht nur an Erwachsene verkauft werden sollen). Als freiwillige Einrichtung der Computerspielewirtschaft organisiert die USK die Prüfung von Computer- und Videospielen in Deutschland. Inhaltlich verantwortlich für die Altersfreigaben sind aber die Obersten Landesjugendbehörden. Nun veröffentlichte die USK Zahlen und Statistiken für das Jahr 2015.

USK bewertet über eine Million Spiele und Apps

Ein weiteres, ereignisreiches Jahr liegt hinter der Spielebranche. Für die USK bedeutete das vor allem: Unmengen an Spielen und Apps bewerten und entsprechende Alterskennzeichen vergeben. Im Jahr 2015 waren es besonders viele Prüfungen. Weit über eine Million Spiele und Apps mussten von der USK unter die Lupe genommen werden. Eine stattliche Zahl. Einen großen Teil machten dabei vor allem Online-Spiele und Apps aus, die durch das 2013 ins Leben gerufene und 2015 erstmals großflächig eingesetzte globale Jugendschutzsystem IARC (International Age Rating Coalition) geprüft werden konnten. Google, Nintendo, Microsoft und Mozilla arbeiten in ihren Online-Shops mit diesem System.

Klassische Prüfverfahren nehmen ab

Seit 1994 schloss die USK über 40.000 klassische Prüfverfahren ab. Davon wurden alleine im vergangenen Jahr 1.828 Altersfreigaben auf Grundlage des Jugendschutzgesetzes im vergangenen Jahr erteilt. Nicht ganz so viele wie beispielsweise im Jahr 2013 — da waren es noch 2.088 Prüfungen oder 2014 mit 2.014 Prüfungen. Grund für die sinkenden Zahlen ist nicht etwa ein Rückgang an Neuerscheinungen, sondern dass der klassische Handel stetig an Bedeutung verliert und Spiele vermehrt rein online vertrieben werden.

“USK ab 12” meistvergebenes Kennzeichen

Laut der Prüfstatistik blieb die Verteilung der Altersfreigabe größtenteils gleich. Drei von vier Verfahren wurden mit der Vergabe eines Siegels der Stufe “USK 0”, “USK 6” oder “USK 12” abgeschlossen. Nur in sieben Prozent der Fälle wurde die Freigabe “USK ab 18 Jahren” erteilt. Das sind ein Prozent weniger als im letzten Jahr. Die USK 0-Freigabe verliert zum ersten Mal ihren Spitzenplatz. Und zwar an das Kennzeichen “USK ab 12 Jahren”. Hier bestätigt sich ein Trend der letzten Jahre. Die Hinwendung von Casual Games und anderen oftmals nicht jugendschutzrelevanten Inhalten zu Smartphones oder Tablets. Dank des IARC-System bekommen solche Online-Spiele aber weiterhin Kennzeichnen. Ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass vor der Einführung im Jahr 2013 ein solches globales Jugendschutz-Programm für Online-Spiele und Apps mit Beteiligung von staatlichen Stellen gänzlich fehlte.
Interessant dabei auch: Nur in zwei Prüfverfahren wurde ein Kennzeichen im vergangen Jahr verweigert, aufgrund möglicher Indizierung. Das zeigt unter anderem, wie präsent die USK-Kriterien bei Entwicklern und Publishern sind.

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