veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2012

Neue PwC-Studie: Videogames in Deutschland

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In meinem Blog wurde es schon mehrmals angesprochen, nun belegt es eine neue Studie der PricewaterhouseCoopers AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC): Die Spiele-Branche befindet sich im Umbruch. Was von vielen Branchenvertretern schon lange gefühlt wurde und die gamescom 2012 sichtbar machte, stellt das 82-seitige Dokument ausführlich dar. Die im August 2012 veröffentlichte Studie „Videogames in Deutschland“ fokussiert das wirtschaftliche und kulturelle Geschehen der Games-Branche zwischen Hamburg und München, Berlin und Köln. In der sechsteiligen Studie wird der Markt zunächst in seiner Gesamtheit analysiert. Doch schon der zweite Teil widmet sich aktuellen Markttrends und Einflussfaktoren, die bis ins Jahr 2016 reichen. Dafür wurde eine umfassende Marktrecherche angestellt. Es wurden Vertreter führender Videospieleunternehmer, Bezahldienstleister und akademische Experten befragt.

Hochinteressant: Dieser Umbruch führt laut Studie zu einem weiteren Wachstum der Spielebranche, allerdings würde dieser weniger durch die klassischen Segmente erreicht, sondern viel mehr durch die steigende Nachfrage nach Browser-Onlinespielen im Bereich des „Free-2-Play“-Modells. Bis 2016 prognostiziert die Studie diesem Segment einen Gesamtzuwachs von 560 Millionen Euro.

Dieses Wachstum soll vor allem durch zwei sich gegenseitig beeinflussende Faktoren vorangetrieben werden: Je besser die Qualität dieser Spiele würde, desto größer würde die Zahlungsbereitschaft der Kunden.

Auch dem mobilen Spielemarkt sagt die Studie ein großes Wachstum bis 2016 voraus. Der immer größere Ansatz von Smartphones und Tablets und das gleichzeitig steigende Angebot von Spiele-Apps auf populären mobilen Marktplätzen sollen Umsatzerlöse von bis zu 60 Millionen Euro bewirken.

Damit verbunden sehen die Autoren der Studie auch zu bewältigende Probleme auf die Hersteller zukommen: Das bedeutendste Erlösmodell sieht die Studie im Verkauf virtueller Güter. Die Produkthersteller müssen also ständig neue Utensilien für die Spieler bieten. Des weiteren würden Premium-Accounts und die Vermarktung von Werbeflächen immer wichtiger. Letztlich sehen die Autoren der Studie nur ein Segment, das zukünftig an Bedeutung etwas verlieren wird: klassische Games im Laden.

Der dritte Studienteil beleuchtet die aktuellen Herausforderungen der deutschen Spieleindustrie. Der vierte Teil tangiert mit der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Computer- und Videospielen ein Kernthema dieses Blogs. Wie die Studie zeigt, beeinflusst die gesellschaftliche Wahrnehmung den wirtschaftlichen Standort Deutschland stark. Die sich deutlich von anderen europäischen Ländern unterscheidenden Regularien hinsichtlich Jugend-, Daten- und Urheberrecht erschweren Planungssicherheit für Unternehmen. Die Autoren zitieren viele an der Studie beteiligten Experten mit dem Wunsch nach einer Verbesserung der regulatorischen Vorschriften in Deutschland.

Die wirklich spannende Studie „Videogames in Deutschland“ kann hier kostenlos bestellt werden.

Weiterführende Links:

Studie: Videogames in Deutschland

Blog: Transformation der Industrie

Blog: Spielerlebnisse und Geschäftsmodelle – wie sich eine Branche immer neu erfindet.

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