veröffentlicht von Martin Lorber am 08. August 2014

Markt für digitale Spiele wächst und wächst

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Heute wurden vom Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) die aktuellsten Zahlen zum deutschen Markt für digitale Spiele veröffentlicht. Und die können sich sehen lassen. In fast allen Bereichen gibt es im ersten Halbjahr 2014 deutliche Zuwächse zu vermelden. Der BIU sieht den Markt sogar am Beginn einer erneuten Wachstumsphase. Kein Wunder. Wuchs doch der Umsatz in den ersten sechs Monaten von 2014 um satte sechs Prozent auf 798 Millionen Euro. 2013 betrug der Umsatz im gleichen Zeitraum „nur“ 752 Millionen Euro. Die Zahlen beinhalten neben „klassischen“ Verkäufen im Handel und Downloads auch Umsätze von Spiele-Apps, virtuellen Zusatzinhalten und Abo-Gebühren.

Die guten Zahlen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht selbstverständlich, da der Start der neuen Konsolengenerationen noch gar nicht so lange her ist. Dazu muss man wissen, dass zu Beginn einer neuen Konsolengeneration in der Regel zu einer Art Orientierungsphase bei den Spielern führt, in der sich mit Käufen eher zurückgehalten wird. Dies hat sich jedoch in Deutschland in den vergangenen Monaten jedoch kaum ausgewirkt, so dass schon jetzt diese guten Zahlen zustande kommen. Im Vergleich zu ihren jeweiligen Vorgängermodellen wurden in der ersten 7 Monaten nach ihrer Einführung rund 23 Prozent mehr Konsolen wie PlayStation 4 von Sony, der Wii U von Nintendo und der Xbox One von Microsoft verkauft. Damit sind die Spielkonsolen neben den Spielen für mobile Endgeräte wie Tablets und Smartphones und einer weiteren Etablierung von virtuellen Zusatzinhalten sogar wichtige Wachstumstreiber.

Spiele für Smartphones und Tablets befinden sich in einem regelrechten Boom. Mit 133 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr hat sich deren Umsatz auf 114 Mio. Euro mehr als verdoppelt. Die Gelegenheitsspiele für Zwischendurch erreichen immer mehr Menschen und Altersgruppen. Mehr als 20 Mio. Menschen spielen auf den mobilen Endgeräten. Fast die Hälfte von ihnen gehört zur bisher wenig als spieleaffin aufgefallenen Altersgruppe der über 40-jährigen. Ähnlich sieht es bei den virtuellen Zusatzinhalten aus. Hier hat sich der Umsatz mit einer Steigung um 149 Prozent auf 229 Mio. Euro ebenfalls mehr als verdoppelt.

Ein Blick auf die Vertriebswege zeigt, dass vor allem der Kauf per Download immer beliebter wird. Betrug der Anteil am gesamten Umsatz 2010 lediglich 4 Prozent am Gesamtmarkt, werden aktuell schon 23 Prozent der Spiele digital bezogen. Doch das vielbeschworene Ende, des stationären Handels lässt sich hier trotzdem nicht erkennen. Noch immer werden etwa ein Fünftel der Spiele auf physischen Datenträgern gekauft. Wie auch bei anderen Branchen, bei denen sich eine starke digitale Distribution entwickelt hat, geht der Trend hier ganz stark in Richtung hochwertige Sammlereditionen.

Es ist schön zu sehen, dass der deutsche Markt im weltweiten Vergleich recht stabil und auch sehr ausgeglichen ist. Dank neuer Techniken und einer großen Bandbreite an Angeboten, ist im wahrsten Sinne des Wortes für alle was dabei. Man kann zuversichtlich sein, dass die Spielebranche zukünftig sowohl als Wirtschaftsfaktor als auch als Innovationsmotor weiter an Bedeutung für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland gewinnen wird.

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