veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2010

Die USK im Schussfeld

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In der FAZ wurde heute der medienpolitische Sprecher der Grünen im baden-württembergischen Landtag, Jürgen Walter, mit folgendem Kommentar zur USK zitiert:

„[Jürgen Walter] kritisierte die FSK wie auch die Stelle für die Prüfung und Altersfreigabe von Computer- und Videospielen in Deutschland (USK): ‚Man denke nur daran, dass ein  Computerspiel wie ,Counter-Strike‘ ursprünglich ab zwölf Jahren freigegeben war. Beide Organisationen kommen ihrer gesellschaftlichen Aufgabe seit langem nicht in der erforderlichen Weise nach.‘ Daher müssten dringend eindeutigere Regeln definiert werden.“

Ich bin ja nun nicht der Pressesprecher der USK und noch viel weniger der der Obersten Landesjugendbehörden, aber ich erlaube mir dennoch einen Kommentar dazu. Schließlich vertreiben wir das erwähnte Spiel Counter-Strike.

Das Spiel existiert in verschiedenen Versionen. Diese sind ab 16 beziehungsweise ab 18 Jahren freigegeben. Counter-Strike war nicht „ursprünglich ab 12 Jahren freigegeben“.

Zum anderen wundere ich mich darüber, wie ein medienpolitischer Sprecher der Grünen so leichtfertig sagen kann, die USK käme ihrer gesellschaftlichen Aufgabe nicht in der erforderlichen Weise nach. Das ist ja ein ziemlich starker Vorwurf.

Ich frage mich, was er damit denn konkret gemeint hat. Geht es ihm um die Einstufung einzelner Spiele (also um die Arbeit der Gutachter, die von den Ländern bestellt werden, und der Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden? Geht es darum, dass die USK-Alterskennzeichen keine pädagogischen Hinweise darüber geben, ob ein Spiel für eine bestimmte Altersgruppe geeignet ist (so wie das beispielsweise die österreichische „Bundesstelle für die Positivprädikatisierung von Computer- und Konsolenspielen“, bupp.at) macht? Oder wünscht er sich vielleicht mehr Informationen darüber, welche Inhalte zu einer bestimmten Einstufung geführt haben (wie das bei den PEGI-Logos der Fall ist)?

Weitere Links zum Thema:

Web: Artikel „Schröder kritisiert Arbeit der FSK“ (www.faz.net)

Web: Jürgen Walter (juergenwalter.de)

Kommentare
  1. Marcus sagt:

    Ich bin der Meinung, dass die USK „einen guten Job“ verrichtet. Im medienpädagogischen Kontext beschäftige ich mich seit längerem gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen auch mit pädagogischen Stellungnahmen zu Spielsoftwaretiteln und gemeinsamen Spielerfahrungen von Jung und Alt. Dabei werden regelmässig die USK-Kennzeichnungen thematisiert. Aus der Erfahrung kann ich sagen, dass die Kennzeichnungen nicht immer mit einer entsprechenden pädagogischen Empfehlung einhergehen, die entsprechende Kennzeichnung ist aber auch nicht (!) die Aufgabe der USK. Die Altersempfehlungen sind immer nur eine Richtung, die jedoch gut nachvollziehbar ist und eine gute Orientierung bietet. Im Hinblick auf die zukünftige Mediengesellschaft halte ich das Faktum, dass Eltern wenig Muße aufbringen, sich mit Inhalten ihrer spielenden Kinder zu beschäftigen, für bedenklicher.

    Auch der Branchenriese EA bietet ausreichend Informationen rund um das Thema Mediennutzung und Jugendschutz, die Eltern häufig unbekannt sind. Ebenso verhält es sich leider mit Informationsveranstaltungen zum Thema „Computerspielen“ und weiterführenden Webangeboten wie z.B. http://www.klicksafe.de, die Eltern unbekannt sind oder nicht besucht werden.

    …und dass der Titel „Counterstrike“ für Kinder ab 12 Jahren freigegeben wurde, höre ich zum ersten Mal. Dass dieser Titel aus Jugendschutzrelevanz die Freigabe ab 16 bzw. 18 erhält, ist überall nachvollziehbar.

  2. Sascha sagt:

    Das ist schon fraglich was die USK da so macht, wenn man mit der BPjM telefoniert bekommt man nämlich die Auskunft, daß es für Erwachsene keinerlei Einschränkungen gibt in Sachen Gewallt und NS-Symbolik, also warum sind die Spiele ab 18 dann überhaupt geschnitten. Meiner Meinung nach sollte Deutschland die PEGI Einstufung übernehmen.

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