CSUnet fordert mehr Sachlichkeit in der Debatte um Computerspielsucht und setzt damit eine Gegenposition zu Manfred Spitzer

14. September 2012, Martin Lorber

Gestern hat die Arbeitsgruppe CSUnet ein Positionspapier mit dem Titel „Lebenszyklus der Medien- und Informationskompetenz“ veröffentlicht. Darin wird unter anderem der vor kurzem veröffentlichte „Drogen- und Suchtbericht“ von Mechthild Dyckmans thematisiert. Die CSU-Arbeitsgruppe findet es falsch, Computerspiele und das Internet als Gefahr für Leib und Leben darzustellen. Allein die gedankliche Nähe zum Alkohol- und Drogenkonsum sei absurd. Die Drogenbeauftragte stelle zwar zu Recht fest, dass die Gründe für exzessiven Medienkonsum mit psychischen Erkrankungen oder einem gestörten sozialen Umfeld zusammenhängen, jedoch müsse man daraus die richtigen Schlussfolgerungen ziehen. Die einzig sinnvolle Lösung sei die Vermittlung einer umfassenden Medien- und Informationskompetenz. „Einzelne, sehr pauschalierte Formulierungen, die im Zusammenhang mit der Internetsucht immer wieder geäußert werden, machen deutlich, dass hier teilweise äußerst fragwürdige Ergebnisse zutage gefördert werden“, heißt es in dem Papier weiter. Ich finde, man kann das Positionspapier auch als indirekte Entgegnung auf die jüngsten Äußerungen von Manfred Spitzer ansehen, da es die frühkindliche Medienerziehung in Kindergarten und Schule begrüßt – ja sogar fordert. Das finde ich sehr gut.

Mit dem Positionspapier setzt sich CSUnet das Ziel, das Internet sinnvoll in den Lebensalltag der Menschen zu integrieren. Der virtuelle Verband CSUnet ist ein Arbeitskreis der CSU. Er wurde am 31. Januar 2011 vom CSU-Parteivorstand eingesetzt. Zur Vorsitzenden wurde die stellvertretende CSU-Generalsekretärin Dorothee Bär berufen.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Kampagne: „Dein Spiel. Dein Leben. – Find your Level!“

Blog: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt Studie zur exzessiven Computer- und Internetnutzung in Familien vor.

Blog: Landesanstalt für Medien NRW relativiert das Suchtproblem bei Computerspielen deutlich

Blog: Gastbeitrag Dorothee Bär (Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Familie, Senioren, Frauen und Jugend): Deutscher Computerspielpreis 2011




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