veröffentlicht von Martin Lorber am 12. Dezember 2012

Britische Regierung empfiehlt Förderung der Kreativindustrie

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Computer- und Videospiele sind schon lange mehr als reine Unterhaltung. Rund um das Medium hat sich in den letzten Jahren eine Wirtschaftsbranche entwickelt, die einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Kultur- und Kreativwirtschaft leistet. Schaut man nur auf Deutschland, so setzte die Branche 2011 alleine im Softwarebereich rund zwei Milliarden Euro um und bietet rund 10.000 Menschen einen Arbeitsplatz. Das Potential des Marktes zeigt sich auch in einer Wachstumsrate von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die Vorteile einer starken Kreativbranche lassen weltweit die Forderung nach einer Förderung nationaler Wirtschaftszweige laut werden. Länder wie Kanada machen es schon seit langem vor. Die gezielte Förderung der Spielebranche führte dazu, dass in Kanada sehr viele internationale Spitzentitel, wie z. B. Mass Effect oder Deus Ex, entwickelt wurden. Der Aufbau einer notwendigen Infrastruktur, die Förderung passender Ausbildungswege und steuerliche Erleichterungen sorgen dafür, dass Kanada im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz einnimmt.

Doch auch in Europa ist die Konkurrenz groß. Nachdem Frankreich zu Beginn des Jahres mit der Marke „Le Game“ die französische Computer- und Videospielindustrie weltweit bekannter machen möchte, legt nun auch Großbritannien nach. Hier beschloss die Regierung kürzlich weitreichende Steuererleichterung für Firmen der Games-Branche. Dazu wird eine nicht unerhebliche Summe für die Förderung passender Ausbildungswege in Aussicht gestellt. Hintergrund ist die Absicht, die Abhängigkeit der britischen Industrie vom öffentlichen Sektor und der Finanzwirtschaft zu verringern.

Zwar bewegen wir uns in Deutschland auch schon in die richtige Richtung – Crysis 2 ist zum Beispiel ein international erfolgreicher Titel „Made in Germany“ – jedoch würde ein ähnliches Modell in Deutschland sicherlich auch für vermehrte Investitionen in diesem Bereich führen. Es ist wichtig, dass der deutsche Standort seine Attraktivität für Spielentwickler langfristig steigert und gegenüber anderen Ländern wie beispielsweise den USA, Kanada, Frankreich und Japan aufholt. Dazu müssen politische Rahmenbedingungen angepasst und vorhandene Potenziale ausgeschöpft werden. Denn eines lehrt uns der britische Vorstoß: Die internationale Konkurrenz schläft nicht.

Weitere Links zum Thema:

Blog: „Le Game“: Eine eigene Marke für Frankreichs Computer- und Videospielindustrie

Web: “Game-Förderung in Deutschland” in: Lochscheibe

Web:UK Government Proposes Tax Relief for Creative Industries” in: gamepolitics.com

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