veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2012

BIU und G.A.M.E. – Interessensvertretungen der Computer- und Videospielindustrie streben Zusammenschluss an

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Die Interessensvertretung der Computer- und Videospieleindustrie in Deutschland sprach in den letzten Jahren mit zwei Stimmen. Zum Einen der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. (BIU). Der 2005 gegründete Verband ist die  Interessensgemeinschaft der Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware in Deutschland und vertritt durch seine Mitglieder etwa 75 Prozent des deutschen Marktes für Computer- und Videospiele. Zum Anderen der Bundesverband der Computerspielindustrie e.V. (G.A.M.E.). Ebenfalls ein Vertreter der deutschen Computer- und Videospielwirtschaft auf nationaler und internationaler Ebene. Unter den mehr als 100 Mitgliedern befinden sich sowohl deutsche Online-Portale als auch Publisher und Entwickler von Computer- und Videospielen. Beide Verbände sind wichtige Ansprechpartner für politische und gesellschaftliche Institutionen, Medien und die Öffentlichkeit, rund um das Thema Computer- und Videospiele. Durch die Bereitstellung von Informationen sorgen sie für eine differenziertere Wahrnehmung der Branche im öffentlichen Diskurs. Zudem setzen sie sich für den Entwicklerstandort Deutschland und eine stärkere wirtschaftliche und politische Förderung der Unterhaltungssoftwareindustrie ein.

In den vergangenen Wochen loteten die beiden Verbände aus, welche Möglichkeiten zur intensiveren Kooperation der beiden Verbände bestehen könnten. Hier kamen die Verbandsorgane zu dem Ergebnis, dass getrennte Verbände den Zielen weniger förderlich sind, wie eine gemeinsame Interessensvertretung. Schon lange bestehen keine substantiellen Unterschiede mehr zwischen den Zielen und Interessen von G.A.M.E. und BIU. In vielen Bereichen, wie dem Deutschen Computerspielpreis, wird schon jetzt sehr eng zusammengearbeitet. Deshalb haben die Vorstände der Verbände eine Empfehlung zur Fusion ausgesprochen.

Dazu Dr. Olaf Coenen, Vorstandssprecher des BIU: „Die angestrebte Fusion ist ein Zusammenschluss auf Augenhöhe. Die von uns sehr partnerschaftlich ausgearbeiteten Eckpunkte für den neuen Verband unterstreichen dies deutlich. Insbesondere sollen alle bisher bearbeiteten Themenfelder auch im neuen Verband aufgegriffen werden. Die traditionellen Unterschiede zwischen Entwicklern und Publishern von Games verschwinden zunehmend. Viele BIU-Mitglieder unterhalten auch Entwicklungsstudios in Deutschland, und viele Unternehmen in beiden Verbänden bieten ihre Spiele im Internet direkt den Gamern an. Daher hat sich die historische Trennung in zwei Verbände inzwischen überholt.“

Ins gleiche Horn stößt auch Thomas Friedmann, Vorstandsvorsitzender des G.A.M.E.: „Beide Verbände haben die gleiche Absicht: den deutschen Games-Standort und die hier ansässige Industrie stärken. Ein gemeinsamer Verband hat wesentlich mehr Schlagkraft, um dieses Ziel zu erreichen. Das gilt für alle Aspekte der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessenvertretung. In der operativen Verbandsarbeit vertreten beide Verbände ohnehin inzwischen weitgehend gemeinsame Interessen und Positionen. Ein gemeinsamer Verband ist die logische Konsequenz.“

Die gemeinsam ausgearbeiteten Eckpunkte für eine neue Verbandsstruktur und Satzung sowie eine zukünftige Positionierung und thematische Aufstellung des gemeinsamen Verbandes, wird den Mitgliedern bis zum Ende des Jahres vorgestellt. Damit würde eine der größten Unterhaltungsindustrien in Deutschland zukünftig mit einer Stimme sprechen.

Weitere Links zum Thema:

Blog: BIU nimmt Stellung zu ACTA

Web: Bundesverband der Computerspielindustrie G.A.M.E.

Web: Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware BIU

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