Weil das Thema Computerspielsucht immer wieder aufkommt, hier erneut ein paar Thesen zum Thema.
veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2013

WASD 2 – Select System

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Die aktuelle Ausgabe der WASD Quelle: www.wasd-magazin.de/
Die aktuelle Ausgabe der WASD Quelle: www.wasd-magazin.de/

Inspiriert von der Debatte um zeitgemäßen Computerspieljournalismus hat der Radiojournalist (inzwischen kann man ja auch „und Verleger“ ergänzen) Christian Schiffer im Sommer 2012 ein eigenes Magazin zum Thema Computer- und Videospiele ins Leben gerufen. Das WASD Magazin soll das Thema Computer- und Videospiele aus anderen Blickwinkeln betrachten, als man es von den „etablierten“ Fachmedien kennt. Optik und Inhalt des Magazins heben es dann auch deutlich aus der Masse heraus. Das Magazin ist auf hochwertigem dickem Papier gedruckt und vermittelt durch sein Format und die Haptik eher den Eindruck eines Buches denn eines Magazins. Daher spricht der Autor auch von einem „Bookzine“, einer Mischung aus Buch und Magazin. Inhaltlich ist das WASD eine Sammlung von Essays, die sich an den Vorgaben des Titelthemas orientieren. Der Kreativität der Autoren sind also nicht allzu enge Grenzen gesetzt.

Nun war die erste Ausgabe, der ich mich in einem früheren Beitrag gewidmet habe, zumindest erfolgreich genug um Schiffers Projekt über den Status eines Experiments hinauswachsen zu lassen. Die Nachfrage und das Feedback waren so gut, dass kurz vor den Weihnachtstagen 2012 eine weitere Ausgabe nachgereicht werden konnte. Widmete sich die erste Ausgabe noch dem Thema schlechte Spiele (und warum sie trotzdem gut sein können), wird es in dieser Ausgabe deutlich ernsthafter. „Select System – Games und Politik“ lautet das aktuelle Titelthema, das die Vorgabe für die Autoren bildet. Diese rekrutieren sich wieder aus vielen unterschiedlichen Bereichen. Zwar ist die schreibende Zunft in Form von Bloggern und Redakteuren der verschiedenen Mediengattung am stärksten vertreten, jedoch kommen hier auch Wissenschaftler, Analysten, Werber und Musiker zu Wort. Diese Vielfalt sorgt dafür, dass die Blickwinkel, Textformen und Themen eine große Bandbreite haben.

Die Frage wird aufgeworfen – und auch beantwortet – welche politischen und ideologischen Bilder über Spiele verbreitet werden? Viele gesellschaftliche Themen zu Gewalt, Sexismus und Stereotype in Spielen werden behandelt. Einige Essays befassen sich mit dem eigenen Verhalten in Computer- und Videospielen. Sie zeigen, dass die Spielmechaniken von (Strategie-) Spielen die meisten Spieler zum knallharten rationalen Nutzenmaximierer mutieren lassen.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass wieder eine ganze Reihe interessanter Fragen gestellt und behandelt werden. Die Verknüpfung von Computer- und Videospielen mit politischen und gesellschaftlichen Themen und Inhalten wird (durchaus auch kritisch) von Autoren beleuchtet, die sich merkbar mit dem Hobby Gaming befassen. Bei der Fülle von ca. 30 Artikeln wird dem Leser nicht alles gefallen oder interessieren, jedoch sollte für die meisten etwas dabei sein. Es freut mich für Christian Schiffer und für das Kulturgut Spiel, dass das Experiment WASD auf dem besten Wege ist zu einer Institution zu werden.

Weitere Links zum Thema:

Blog: WASD – Texte über Games

Web: Homepage WASD

Web: Interview Christian Schiffer auf Superlevel

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