veröffentlicht von Martin Lorber am 07. Juli 2010

Computerspiele: Erziehung oder Verziehung?

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Computerspiele sind in meinen Augen längst allgegenwärtig und deshalb auch aus der Erziehung junger Menschen kaum mehr wegzudenken. So sieht das auch US-Analyst Scott Steinberg, der das Thema in einem hintergründigen Kommentar auf CNN.com ausführt und schon in der Überschrift fragt:
„Wieso glauben Medien immer noch, dass Videospiele schlecht für Kinder sind?“

Statt im Folgenden lediglich aus dem eigenen Nähkästchen zu plaudern, entlockt er einigen Verantwortlichen der US-Videospielbranche ein paar Zitate, die Ich hier gerne ins Deutsche übertrage, kommentiere und zur Diskussion freistelle.

„Viele Eltern kennen sich mit dem Spielen nicht aus und haben Angst vor dem Unbekannten. Doch Spiele besitzen einen enormen positiven Effekt, wenn man ihnen angemessene Grenzen setzt. Vor dem Fernseher verliert mein Dreijähriger aus Passivität einfach den Bezug nach Außen. Aber wenn er Videospiele spielt, dann ist er aktiv beschäftigt, denkt über die Geschehnisse nach, spricht mit mir über das auf dem Bildschirm und nimmt eine Menge mehr davon mit.“
Winda Benedetti, Autorin der Kolumne „Citizen Gamer“ auf msnbc.msn.com

„Spiele sind eine soziale Währung, die die Beziehung zwischen Elternteil und Kind erweitern kann – ganz ähnlich dem Effekt jedes anderen Mediums. Die meisten Eltern kennen die Freunde ihrer Kinder, ihre Lieblingssendungen und zum Teil auch die Musik, die sie hören. Ich schlage immer vor, dass sie den gleichen Ansatz auch bei den Videospielen wählen, die ihre Kinder spielen.“
Joseph Olin, President der US-Amerikanischen Academy of Interactive Arts & Sciences

Diese Zitate stellen die Beziehung zwischen Eltern und Kindern in den Vordergrund – zurecht. Dort muss in meinen Augen die Medienkompetenz gefördert werden, schließlich werden genau an dieser Stelle wichtige Entscheidungen getroffen (oder durch Unwissen eben auch keine), die die Erziehung der Kinder nachhaltig beeinflussen.

Meine Frage lautet: Wiegt ein Nachmittag vor dem Fernseher eine Stunde begleitetes, interaktives Spielen vor dem PC oder auch dem Fernseher auf?

Ich meine nicht.

Weitere Links zum Thema:

Web: AIAS, Academy of Interactive Arts & Sciences (www.msnbc.msn.com)

Web: Kolumne „Citizen Gamer“ (cnn.com)

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