Weil das Thema Computerspielsucht immer wieder aufkommt, hier erneut ein paar Thesen zum Thema.
veröffentlicht von Martin Lorber am 03. März 2011

Videospiel- und Filmumsätze im Vergleich

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Ich wurde schon häufiger auf den Vergleich der Videospielumsätze mit den Umsätzen der Filmindustrie angesprochen. In diesem Beitrag möchte ich aktuelle Fakten zum Thema sammeln und werde mich bemühen, die Daten regelmäßig zu aktualisieren. Über Hinweise zu weiteren Marktdaten freue ich mich jederzeit.

Betrachtet man die einzelnen Verwertungskanäle beim Film getrennt (Kino, DVD, Fernsehen), dann haben digitale Spiele einen deutlichen Vorsprung. Der Umsatz mit Computer- und Videospielen (nur Software, nur Verkauf) betrug im Jahr 2010 1,56 Mrd. Euro, der Kinoumsatz betrug 920 Mio. Euro, der Umsatz mit dem Verkauf von DVD/Blu-ray betrug im Jahr 2009 (die aktuellen Zahlen liegen noch nicht vor) 1,37 Mrd. Euro und der Umsatz mit dem Verleih von Filmen 257 Mio. Euro.

Die GfK erhebt in ihrem Konsumentenpanel auch das Medienbudget, also die Verteilung der Gesamtsumme der Ausgaben für Medien auf die einzelnen Bereiche. Nach diesen Zahlen geben die Menschen in Deutschland 16% ihres Medienbudgets für digitale Spiele aus, 15% für Musik, 13% für den Kauf von Filmen, 10% für Kinobesuche, und 3% für das Ausleihen von Filmen. Dies sind die Zahlen von 2009. Sobald aktuelle Daten vorliegen werde ich sie in diesem Beitrag ergänzen.

Spannend ist auch ein Blick auf die ersten Verkaufswochen: Der größte Start eines Entertainmentprodukts in Deutschland überhaupt war der Release der Fußballsimulation „FIFA 11“ im vergangenen September. Allein am ersten Wochenende wurden 450.000 Stück verkauft, was einem Umsatz von über 26 Mio. Euro entspricht. Zum Vergleich: der Kinostart von „Harry Potter und der Halbblutprinz“ brachte 14 Mio. Euro, der Kinostart von „Avatar“ knapp 10 Mio. Euro.

Weitere Links zum Thema:

Web: Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (biu-online.de)

Web: Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (spio.de)

Web: GfK Gruppe (gfk.com)

Kommentare
  1. Pierre sagt:

    Hallo Herr Lorber,

    Vielen Dank für diese informativen Zahlen. Im letzten Absatz vergleichen Sie aber Kinotickets, die maximal 10 € kosten, mit FIFA 11, das aber mit 50€ zu buche schlägt. Um Fair zu sein sollten Sie die Besucherzahlen der Filme auch berücksichtigen?

    Gruß

  2. Pingback: Super.licio.us
  3. Martin sagt:

    Hallo Herr Friedrichsmeier,

    den Vergleich mit Kinobesucherzahlen fände ich persönlich sehr schwierig: Mit was sollte man denn diese sinnvoll vergleichen? Mit den verkauften Einheiten von Spielen? Mit der Anzahl Spielesessions? Mit Spielesessions, deren Dauer mit einem Kinobesuch vergleichbar sind? Mit den Spielern, die ein Spiel spielen (in der Regel sind das ja mehrere pro Exemplar)?

    Schwierig ,zu entscheiden, abergesehen von der Tatsache, dass es letzter Daten kaum gibt. Daher bleibe ich eher beim – vielleicht pragmatischen – Vergleich der Umsatzzahlen. Ich denke, dass der Vergleich dessen, wofür die Menschen wie viel Geld ausgeben, auch aussagekräftig ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Martin Lorber

  4. Daniel sagt:

    Vor längerer Zeit (in 2009 für 2008) hatte ich auch einmal ähnliche Daten gesammelt. Vielleicht ist das für den Vergleich interessant oder gibt noch neue Quellen:

    Budesverband Musikindustrie, Quelle: http://www.musikindustrie.de/aktuell_einzel.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=418&tx_ttnews%5BbackPid%5D=84&cHash=bc4bcd65b6

    [quote]Während weltweit fast alle Länder mit Ausnahme von Japan mit zweistelligen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, gingen die Einnahmen aus dem Verkauf von Musikprodukten in Deutschland 2008 moderat um 4,7 Prozent auf jetzt 1,575 Milliarden Euro zurück.[/quote]

    Bundesverband Audiovisuelle Medien, Quelle: http://www.bvv-medien.de/presse/pdf/pdf35.pdf

    [quote]Insgesamt hat die Branche einen Umsatz aus dem Verkauf der Bildtonträger von € 1.291 Mio. erwirtschaftet. Der nach den € 1.331 Mio. in 2007 um -3% gesunkene Branchenumsatz ist auch auf die weiterhin leicht gesunkenen durchschnittlichen Stückkosten der Bildtonträger zurückzuführen (€ 12,26 in 2008 nach € 12,72 in 2007).[/quote]

    Kinomarkt, Quelle: http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2009/0115/film/0089/index.html

    [quote]Nicht zuletzt dank eines furiosen Frühjahrsauftakts in deutschen Kinos steht für das Gesamtjahr 2008 ein Plus zu Buche. 123 622 767 Tickets wurden den Nielsen-Erhebungen zufolge in den vergangenen zwölf Monaten in deutschen Kinos gekauft. Der daraus resultierende Umsatz betrug 769 984 078 Euro. Gegenüber 2007 ist das ein Umsatzwachstum von 3,52 Prozent.[/quote]

    Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware, Quelle: http://www.biu-online.de/home/news/16-februar-2009-gamesbranche-im-jahr-2008-mit-neuem-umsatzrekord/

    [quote]Der Umsatzrekord aus dem Jahr 2007 konnte im vergangenen Jahr erneut übertroffen werden: Insgesamt 1,57 Milliarden € (2007: 1,37 Mrd. €) wurden 2008 mit interaktiver Unterhaltungssoftware in Deutschland umgesetzt. Dies entspricht einem Umsatzplus von 14% gegenüber dem Vorjahr. [/quote]

    Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V., Quelle: http://www.ivw.de/index.php?menuid=37&reporeid=10#fachzeitschriften

    [quote]Gegenüber dem Vorjahr ist jedoch – trotz einer um 50 Titel gestiegenen Anzahl von Fachzeitschriften, für die der IVW Auflagen gemeldet wurden – bei den deutschen Fachzeitschriften ein leichter Rückgang der Gesamtverkäufe um 0,11 Mio. Stück zu verzeichnen. Im 4. Quartal 2007 verteilten sich die Verkäufe von insgesamt 14,00 Mio. Stück auf 12,03 Mio. abonnierte, 0,15 Mio. im Einzelverkauf und 1,81 Mio. über den Sonstigen Verkauf abgesetzte Exemplare. [4/2008:13,89 Mio][/quote]

    Zusammenfassung:

    * Videospielemarkt (ohne Onlineangebote!!) 2007–>2008: +14,60 %
    * Kinomarkt 2007–> 2008: +3,52 %
    * Fachzeitschriften: 2007–>2008: -0,79 %
    * Videomarkt 2007–>2008: -3,00 %
    * Musikmarkt (incl. Onlineangebote) 2007–>2008: -4,7 %

    1. Martin sagt:

      Hallo Herr Nathmann,

      vielen Dank für die Ergänzungen!

      Mit freundlichen Grüßen
      Martin Lorber

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