veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2014

UNO: Neue Leitfäden zum Online-Jugendschutz veröffentlicht

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Um Kinder und Jugendliche wirksam vor nicht altersgerechten Inhalten zu schützen, müssen Instrumente und rechtliche Rahmenbedingungen heutzutage mehr denn je kontinuierlich auf den Prüfstand und den neuesten Entwicklungen angepasst werden. Gerade die zunehmende digitale Verbreitung und der damit einhergehende rasante Fortschritt der Technik machen dies notwendig. Auch das UNO-Gremium „Child Online Protection (COP) Initiative“ hat nun seine Leitfäden zum Schutze von Kindern und Jugendlichen aktualisiert und veröffentlicht.

Das 2008 gegründete Gremium hat sich zum Ziel gesetzt Risiken für Kinder im Internet zu identifizieren und auf diese aufmerksam zu machen. Darüber hinaus entwickelt es praktische Werkzeuge, welche die Risiken mindern und dient als Knotenpunkt an dem Erfahrungen und Wissen zu diesem Thema gesammelt werden. Die UNO hat erkannt, dass auch Online-Jugendschutz eine weltweite und grenzüberschreitende Herausforderung ist und nicht im nationalen KleinKlein untergehen darf. Einen Ansatz, den ich von ganzem Herzen nur unterstützen kann.

Die neuen Leitfäden richten sich an verschiedene Zielgruppen und bieten passende Inhalte. Im Leitfaden für Kinder bekommen diese Ratschläge im Umgang mit den negativen Aspekten der Onlinewelt, wie Mobbing, Belästigung oder Identitätsdiebstahl. Auch Eltern, Industrie und Politik bekommen eigene Leitfäden spendiert. Hier finden sich Vorschläge wie das Online-Erlebnis von Kinder möglichst positiv gestalten werden kann – sei es auf technischer Seite oder auf Seiten der Gesetzgebung.

In Deutschland steht aktuell ebenfalls eine Anpassung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV) an. In den Leitfäden der COP finden sich viele Vorschläge, die hierbei berücksichtigt werden sollten. So wird zum Beispiel betont, dass Jugendschutz-Ratings international anschlussfähig und über verschiedene Plattformen und Medien hinweg verzahnt sein sollten. Das sehe ich genau so!

Die Möglichkeit einer rechtssicheren Bewertung mit den entsprechenden Rechtsfolgen auch für reine Online-Inhalte ist grundsätzlich sinnvoll. Aktuell haben wir das Problem, dass ein und dieselben Inhalte (Filme und Spiele) je nach Vertriebsweg durch zwei ganz unterschiedliche Gesetze (Datenträger/JuSchG – Online/JMStV) geregelt werden sollen. Das kann heutzutage nicht mehr gelingen. Um eine Vergleichbarkeit aller, auch internationaler, Angebote zu ermöglichen, ist eine Stärkung der internationalen Zusammenarbeit im Jugendmedienschutz genau so unabdingbar wie eine offene Herangehensweise gegenüber der Integration internationaler Klassifizierungssysteme wie IARC.

Wer selbst einen Blick auf die neuen Leitfäden werfen möchte, findet diese hier zum Download.

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