2014 besuchten rund 335.000 Menschen aller Altersklassen die gamescom. Für den Jugendschutz sorgt die Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Quelle: gamescom
veröffentlicht von Martin Lorber am 11. November 2013

Tag der offenen Tür bei der USK in Berlin

Teilen auf:

Die USK öffnet ihre Pforten. Wer schon immer mal wissen wollte welche Köpfe hinter den Alterskennzeichnungen auf den Verpackungen von Spielen in Deutschland stecken, kann sich am 08.11.2013 ein Bild davon machen.

Bevor ein Computer- oder Videospiel in Deutschland erscheinen kann, muss es sich einer kritischen Prüfung durch die USK stellen. Diese versieht den Titel mit einer Alterskennzeichnung, die für den Handel rechtlich bindend ist. Jedes Spiel darf der Öffentlichkeit nur gemäß der Altersfreigabe zugänglich gemacht werden. Wird dagegen verstoßen, drohen hohe Bußgelder. Gleichzeitig hilft das Label Eltern bei der Entscheidung, welche Spiele ihre Kinder zuhause spielen dürfen. Schließlich sind sie die letzte Instanz im Jugendmedienschutz. Das Alterskennzeichen zeigt, welche Spiele aus Sicht des Jugendschutzes unbedenklich sind.

Dabei findet die Alterseinstufung natürlich nicht leichtfertig statt. Ein penibel vorbereiteter Prüfvorgang sorgt dafür, dass alle Facetten berücksichtigt werden. So genannte Sichter spielen die Spiele komplett durch, erstellen Spielstände und bereiten eine ausführliche Präsentation sowie einen neutralen Bericht vor, die einem fünfköpfigen Prüfgremium vorgelegt werden. Das Prüfgremium besteht aus vier Jugendschutzsachverständigen sowie einem Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörde und ist somit unabhängig von der USK. Weder USK noch die Industrie stellt einen eigenen Sachverständigen. Diesen Prozess haben seit 1993 schon über 30.000 Titel durchgemacht.

Am Tag der offenen Tür kann jeder der sich für das Thema interessiert, die Räumlichkeiten der USK besichtigen. Das gesamte Team der USK wird vor Ort sein und sich den Fragen der Besucher stellen. Wer also schon immer Einblicke in den Prüfprozess oder zum Entscheidungsprozess von bestimmten Spielen haben wollte, der wird hier sicherlich interessante Antworten bekommen. Es wird simulierte Prüfsitzungen geben und die Sichter zeigen, wie sie eine Präsentation dafür vorbereiten. Gleichzeitig kann eines der größten Archive für Computerspiele weltweit besichtigt werden.

Eine wie ich finde sehr interessante Veranstaltung für alle die sich für Computer- und Videospiele oder den Jugendmedienschutz interessieren. Hier werden Einblicke in die tägliche Arbeit der USK gewährt, die man so kaum kennt. Die „gesichtslose“ Institution USK bekommt so ein menschliches Gesicht. Besucher werden feststellen, dass hier Menschen arbeiten, die sich in der Materie auskennen und  eine großen Leidenschaft für das Medium Computer- und Videospiel mitbringen.

Hier noch die konkreten Daten für alle Interessierte:

Tag der Offenen Tür in der USK
Freitag, 08. November 2013
13 bis 18 Uhr
USK | Torstr. 6 | 10119 Berlin
www.usk.de

Weitere Links zum Thema:

Blog: Neuer USK-Bericht zur Klassifizierung von Spielen

Blog: PEGI und der Jugendschutz in Europa: Ein Blick über den Tellerrand

Web: www.usk.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *