veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2015

Stigma-videospiele.de eingestellt

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Dass früher eben nicht alles besser war, zeigt ein Blick auf die Entwicklung der öffentlichen Debatte rund um Computer- und Videospiele. Wurde diese in der Vergangenheit eher emotional und unsachlich geführt (Stichwort: Killerspieldebatte, Computerspielsucht), stehen die Zeichen inzwischen deutlich auf Entspannung. Zu dieser Entwicklung haben viele Akteure beigetragen. Auch der Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler (VDVC) und die von ihm betriebenen Seite stigma-videospiele.de.

Am 19. Dezember 2007 ins Leben gerufen, sezierten die Autoren auf stigma-videospiele.de unsachliche oder polemische Medienberichte und Aussagen von an der Debatte beteiligter Akteure. So konnten sie immer wieder aufzeigen, mit welchen Mitteln Gegner des Mediums versuchten digitale Spiele zu diskreditieren und welch große und kleine Schnitzer sich die Medien in der Berichterstattung erlaubten. Ich war stets beeindruckt, mit welcher Akribie die Autoren ans Werk gingen und oft überrascht, welches Ausmaß die Fehler in der Berichterstattung manches Mal annahmen.

Zu Beginn dieses Jahres haben die Betreiber von stigma-videospiele.de die Seite eingestellt. Wenn ich die Begründung dazu sehe, haben sie die Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge getroffen. Zum einen sei inzwischen zu wenig Zeit, sich adäquat um die Seite zu kümmern, auch wenn es leider immer noch von Nöten wäre, da es nach wie vor Debattenbeiträge gäbe, die einer kritischen Kommentierung bedürfen. Zum anderen jedoch stünden den kritischen Beiträgen zunehmend positive Beispiele gegenüber. Sachlich, neutral und vernünftig recherchiert, stellen diese Beiträge das Gleichgewicht in der gesellschaftlichen Debatte wieder her. Eine Seite wie stigma-videospiele.de sei somit nicht mehr unbedingt notwendig.

Die Einstellung der Seite ist in meinen Augen ein Verlust. Die Gründe dafür sind aber durchaus nachvollziehbar. In jedem Fall möchte ich mich bei allen Beteiligten für ihre Arbeit und ihren Einsatz für das Medium bedanken. Ich bin sicher, dass sie einen wertvollen Teil zu dem jetzigen, besseren Status Quo beigetragen hat. Die alten Beiträge können immer noch auf dem Blog des VDVC nachgelesen werden. Wer die Zusammenfassung der Debatte aus Sicht von stigma-videospiele einmal nachlesen möchte, der kann dies hier tun.

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