veröffentlicht von Martin Lorber am 07. Juli 2012

Steuerung und Controllerentwicklung – Kulturtechnik vs. Nadelöhr: Teil 1 – Die graue Vorzeit

Teilen auf:

Nachdem ich mich in früheren Beiträgen schon mit der Geschichte der Videospiele beschäftigte, möchte ich nun wieder einen Blick in die Vergangenheit werfen. Diesmal werde ich mich allerdings auf einen kleinen aber nichtsdestotrotz eminent wichtigen Bereich konzentrieren: Den Eingabegeräten. Diese bilden die Schnittstelle zwischen Spieler und Spiel und sind somit von großer Bedeutung für das Spielerlebnis. Da das Thema viel zu umfangreich ist, um es in einem einzelnen Beitrag zu behandeln, werde ich es auf eine kleine Beitragsreihe verteilen. Diese wird in den ersten Teilen einen Überblick über die Entwicklung der Paddles, Gamepads, Joysticks und Co. geben um das Thema zum Abschluss aus einer kulturanalytischen Perspektive zu beleuchten.

In der Historie der Videospiele hat sich bei den Steuerungsmöglichkeiten seit ihren Anfängen einiges getan. Bahnbrechende Innovationen gingen mit hahnebüchenden Ideen Hand in Hand. Einiges setzte sich durch und wurde zum Standard, anderes verschwand schnell wieder in der Versenkung. Wurden früher noch relativ unhandliche und ungenaue externe Geräte genutzt, gibt es heute sogar schon die Möglichkeit komplett auf Controller zu verzichten. Der eigene Körper oder der Bildschirm wird so zum Eingabegerät.

Beginnen möchte ich die Reihe über die Steuerung bei Computer- und Videospielen mit einem Rückblick auf die Anfangszeit der digitalen Spiele.

Pong und das Paddle

Auch wenn sich die Geister an dem konkreten Geburtstermin der Videospiele sicherlich scheiden, beginne ich wieder einmal mit Pong. 1972 bringt Atari die simplen „Tennisspiel“-Automaten in die Spielhallen. Gesteuert wurden sie, wie auch die drei Jahre später erscheinende Heimkonsole, durch zwei fest an den Seiten der Konsole angebrachten Drehregler, so genannte Paddles. Durch diese Rotationscontroller konnten 2 Spieler gleichzeitig ihre „Tennisschläger“ steuern, indem sie lediglich entscheiden durften, ob sie ihn nach oben oder unten wandern lassen. Bis zum Erscheinen des Atari 2600 im Jahre 1977 dominierte die Pong Konsole die Wohnzimmer.

 

Der Joystick

Die Atari-2600-Konsole ließ sich zwar auch noch durch Paddles steuern, sie bot jedoch auch noch die Möglichkeit, Spiele mit einem in bis zu acht Richtungen steuerbaren Joystick zu genießen. So ziemlich jeder, der sich schon zu dieser Zeit mit Videospielen beschäftigt hat, dürfte den charakteristischen Joystick schon einmal in den Händen gehalten haben. Joysticks in den verschiedensten Variationen wurden auch in der folgenden Zeit zu einem der bestimmenden Eingabegeräte von Spielen. Ob Heimkonsolen, C64, Atari ST oder Amiga 500, auf fast allen Plattformen schätzten Spieler die Bewegungsfreiheit die ein Joystick bot. Leider konnten Joysticks nicht immer dem erzeugten Enthusiasmus der Spieler standhalten, wie jeder der schon einmal Summer Games mit einem Joystick gespielt hat bestätigen kann.

Mit der Zeit wurden Joysticks allerdings von anderen Eingabegeräten wie Joypads und der Kombination Maus/Tastatur abgelöst. Heute wird der Joystick vor allem von Liebhabern oder bei Spielen wie Battlefield 3 zur Steuerung von Fluggeräten genutzt.

Damit möchte ich den ersten Teil der Reihe zu Controllern und Eingabegeräten beenden. Im nächsten Teil werde ich mich mit der Entwicklung der Gamepads beschäftigen.

Weitere Links zum Thema:

 

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 2 – der erste Crash und die Weiterentwicklung der Industrie

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 3 – die Goldenen Neunziger

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 4 – Die Jahre nach 2000

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *