Das Logo der International Age Rating Coalition (IARC)
veröffentlicht von Martin Lorber am 01. Januar 2016

Nintendo und Microsoft nutzen IARC

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Die Altersbewertung digital vertriebener Spiele und Apps über das globale System der International Age Rating Coalition weitet sich aus. Ganz aktuell traten Microsoft und Nintendo dem IARC-System bei. Digitale Spiele und Apps des Nintendo eShops und des Windows Store besitzen nun ein Alterskennzeichen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle USK. Damit sehen Eltern und andere Nutzer auf einen Blick, für welche Altersstufen die bereitgestellten Inhalte geeignet sind. Der Zugriff auf ungeeignete Inhalte kann nun über technische Jugendschutzeinstellungen oder Jugendschutzprogramme wie JusProg ganz einfach beschränkt werden.

Große Namen nutzen IARC zur Alterskennzeichnung

Nach google und Mozilla, die bereits im letzten Jahr begannen, das System zu nutzen, schließen sich damit große Anbieter digitaler Inhalte der IARC Gemeinde an. Ein weiter wichtiger Schritt auf dem Weg zur Harmonisierung des internationalen Jugendmedienschutzes, bietet es doch einen globalen Standard zur Alterseinstufung, ohne nationale Eigenheiten und Gesetze zu ignorieren. Ein Umstand, den Felix Falk, Geschäftsführer der USK, in einem Interview freudig erwähnte.

Wie funktioniert IARC?

IARC ermöglicht eine schnelle Einstufung der einzelnen Inhalte per Online-Fragebogen, den die Entwickler ausfüllen müssen. Anschließend ermittelt die Software die zu dem Produkt passenden Alterskennzeichen der jeweiligen Länder. Zusätzlich generiert es Inhaltsdeskriptoren wie Informationen über jugendschutzrelevante Aspekte und die Möglichkeit der Weitergabe des Standortes oder der Nutzerinteraktion. Die Angaben der Hersteller werden von der USK regelmäßig geprüft. Eine ausführliche Beschreibung des IARC biete ich an anderer Stelle in diesem Blog.

IARC für einen zukunftsfähigen Jugendmedienschutz

Die Einführung des USK-Siegels für Apps und Online-Spiele per IARC von Nintendo und Microsoft sind ein wichtiger Schritt in Richtung zeitgemäßer Jugendmedienschutz. Es freut mich, dass das von der USK mitbegründete System deutlich an Fahrt aufnimmt. Ich bin sicher, viele weitere Anbieter digitaler Inhalte werden folgen. Schade finde ich, dass die deutsche Gesetzeslage für einen modernen, einheitlichen und verständlichen Regelkatalog für einen besseren Jugendschutz noch hinterherhinkt. Systeme wie IARC erleichtern die Prozesse und bieten Eltern Orientierung, wo bisher nur Verwirrung herrschte, ohne dass Interessen des deutschen Jugendschutzes angetastet werden. Hier wünsche ich mir mehr Mut und Weitsicht, um einen zukunftsfähigen Jugendmedienschutz sicherzustellen.

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