veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2011

Neue Wege der Kulturvermittlung

Teilen auf:

Eben komme ich von einer sehr interessanten Veranstaltung in der Stadtbibliothek Köln zurück. Schon von außen konnte man sehen, dass sich hier Ungewöhnliches abspielt. Menschen aller Generationen haben sich im Foyer eingefunden, um Computerspiele in allen möglichen Facetten auszuprobieren.

Quelle: Christoph Deeg
Quelle: Christoph Deeg

Es herrschte Hochbetrieb und eine freudige, fast ausgelassene Stimmung. „Wir sind schon lange keine ‚Leseanstalt‘ mehr“, erläuterte mir Cordula Nötzelmann dazu. Sie leitet bei der Stadtbibliothek Köln die Stadtteilbibliotheken und den Bücherbus. „Basisarbeit“ nennt sie das und hier erkenne man in besonderer Weise den Bedarf an Medien, den die Menschen heutzutage haben.

„Wir sind eine Kultur- und Freizeiteinrichtung und einer unserer Bildungsaufträge ist die Vermittlung von Kulturtechniken. Dazu gehört auch das Spielen von Computer- und Videospielen“. Bei der Stadtbibliothek Köln habe man das in besonderer Weise erkannt und daher öffne man sich auf verschiedene Weise den neuen Medien und beschäftige sich mit Ideen wie dem kollaborativen, online basierten Lernen. All das ist Teil eines landesweiten Projekts „Lernort Bibliothek“. Im Mittelpunkt stehen auch Computer- und Videospiele, weshalb man sich schnell für die Gaming-Roadshow der Zukunftswerkstatt interessiert hat. Cordula Nötzelmann ist stolz, dass der Auftakt dieser Roadshow nun in Köln stattfindet und sie ihn gemeinsam mit der Zukunftswerkstatt und der US-amerikanischen Botschaft in Deutschland realisieren konnte.

Initiiert hat diese Initiative Christoph Deeg, der sich seit längerem mit neuen Formen der Kulturvermittlung beschäftigt. Er hat mir bei der Auftakt-Veranstaltung in Köln den Hintergrund der Roadshow erläutert:

Quelle: Christoph Deeg
Quelle: Christoph Deeg

„Wir glauben, dass Computerspiele eine wesentliche Rolle in der Kultur- und Wissensvermittlung der Zukunft spielen können und sollten. Dabei geht es sowohl um die aktuelle Situation, also das aktuelle Tagesgeschäft als auch um zukünftige Chancen und Möglichkeiten. Wir möchten die Institutionen aktivieren, sich diesem Thema zu öffnen. Dabei geht es uns nicht um Fragen wie zum Beispiel ‚Wie kann eine Bibliothek besser Computerspiele ausleihen?‘. Vielmehr geht es uns darum, dass wir Computerspiele in all ihren Facetten als Vermittlungsplattformen verstehen. So wie heute das Web 2.0 immer mehr zum täglichen Leben und Arbeiten gehört, sollte dies unserer Meinung nach auch in der Zukunft für Computerspiele gelten.“

Ziel sei es Kultur- und Bildungsinstitutionen und Unternehmen zusammenzubringen.

„Die Roadshow ist nicht eine Veranstaltung, um einfach nur ein paar Spiele zu spielen. Wir möchten erreichen, dass die Mitarbeiter aus Institutionen und später auch Unternehmen zusammen mit ihren Kunden Computerspiele entdecken und gemeinsam überlegen, wie man sie in der Zukunft nutzen könnte.“

Man konnte heute in Köln deutlich sehen, dass vor allem das gemeinsame Probieren und Diskutieren im Mittelpunkt stand. Deshalb gab es auch keine professionellen Promotoren. Die Mitarbeiter der Stadtbibliothek haben sich in den zwei Wochen vor der Veranstaltung mit den Spielen beschäftigt und teilen nun ihre Erfahrungen mit den Besuchern. Ich würde mich sehr freuen, wenn das Projekt weitere Kreise ziehen würde. Der Auftakt in Köln ist jedenfalls sehr viel versprechend.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Roadshow der Zukunftswerkstatt

Web: Projekt „Lernort Bibliothek

Web: Projekt Zukunftswerkstatt

Kommentare
  1. Pingback: Gelesen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *