veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2014

Nachwuchsförderung: „SAE Coding Kids“ auf dem PLAY14 in Hamburg

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Für viele junge Menschen ist das Berufsziel klar und doch so unklar. Das alte „Was mit Medien“ ist längst schon von „Was mit Computer- und Videospielen“ abgelöst worden. Verständlich, übt die Branche doch wegen ihrer guten wirtschaftlichen Entwicklung, ihrer großen Vielfalt an potentiellen Berufsbildern und der Möglichkeit, das eigene Hobby zum Beruf zu machen, eine große Anziehungskraft aus. Immer wieder werde ich gefragt, welche Möglichkeiten es in Deutschland gibt um potentiell in der Games-Branche Fuß zu fassen.

Die Antwort darauf lautet: „Hunderte, such dir eine aus!“ Ganz so leicht ist es natürlich nicht, aber im Kern stimmt es schon. Da die Entstehung eines Computerspiels eine große kollektive Kreativleistung vieler Personen mit ganz unterschiedlichen Fähigkeiten und Talenten ist, steht es prinzipiell fast allen offen sich in diese Richtung zu orientieren. Jeder sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, in welcher Rolle man in die Branche einsteigen möchte. Wer sich im Vorfeld informiert, welche Rolle zu den eigenen Interessen und Stärken passt, kann sich danach einen Ausbildungsweg suchen, der sie oder ihn gezielt darauf vorbereitet.

In diesem Zusammenhang habe ich eine spezielle Veranstaltung während des letzten PLAY-Festivals in Hamburg entdeckt: nämlich der erstmals stattfindende „SEA Coding Kids“ Workshop. Hier haben sich 15 Schülerinnen und Schüler im Alter von 11 bis 14 Jahren ganz dem Motto des Festivals „Mit Spielen spielen“ kreativ mit dem Medium digitales Spiel auseinandergesetzt. Ziel der Veranstaltung war es, nach einer kurzen thematischen Einführung in vier Stunden ein eigenes Spiel zu schaffen. Natürlich mussten sie es nicht von Grund auf programmieren, sondern nutzten unter Anleitung, den von Microsoft entwickelten Spiele-Editor „Project Spark“. So konnten sie auch ohne Programmierkenntnisse ihre kreativen Ideen ausleben und mussten trotzdem immer auf deren Machbarkeit und die Beschränkungen der „Engine“ achten. Die jungen Teilnehmer schnupperten auf spielerische Weise in den Bereich Game-Design rein und konnten auf diese Weise testen, ob ihnen das Programmieren und Entwickeln von Spielen liegt.

Eine schöne Idee, die hoffentlich Schule machen wird. Wer nicht darauf warten möchte, dass solch ein Projekt in seiner Nähe angeboten wird, kann sich ja mal selber informieren. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU) bietet auf seiner Website den „Ausbildungskompass Games“ und den „Industriekompass Games“ an. Hier finden sich potentielle Arbeitgeber und Ausbildungsstätten aus ganz Deutschland übersichtlich präsentiert.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Ein Computerspiel entsteht – Von der Idee bis zum Spielvergnügen

Blog: Berufe in der Videospielindustrie: Lokalisierung und Synchronisation

Blog: Berufe in der Videospielindustrie: Technical Artist

Blog: Berufe in der Videospielindustrie: Interview mit Gracie Arenas Strittmatter, Technical Artist bei Bioware

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