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veröffentlicht von Martin Lorber am 08. August 2011

Institut Spielraum: Medienkompetenz trifft Videospiele

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Das Institut Spielraum der Fachhochschule Köln feiert heute seinen fünften Geburtstag. Ich selbst war schon bei der Gründung im Jahr 2006 anwesend und habe es in den letzten Jahren stets begleitet. Zum Anlass des fünften Jubiläums möchte ich das Projekt daher heute genauer vorstellen. Dazu sprach ich auch mit Sebastian Blumenthal (MdB, Vorsitzender Unterausschuss Neue Medien) ,Dr. Angelica Schwall-Düren (Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW) und Lars Klingbeil (MdB) über das Institut.

Interdisziplinäre Kompetenz

Das Institut Spielraum ist seit seiner Gründung im Jahr 2006 ein Institut der Fachhochschule Köln. Als pädagogische Einrichtung verfolgt es das Ziel, Wissen über Computer- und Videospiele aufzubauen und zu vertiefen. Electronic Arts und auch Nintendo fördern das Institut von Beginn an mit umfangreichen finanziellen Mitteln und kommen damit dem Auftrag der Politik nach Engagement im Bereich der Medienkompetenz nach. Mit Spezialisten aus den Fachbereichen Angewandte Sozialwissenschaften, Medienforschung und Medienpädagogik ist es interdisziplinär breit aufgestellt und bietet eine umfassende Expertise im Zusammenspiel zwischen Pädagogik- und Videospielkompetenz. Weitere Institutionen, wie die Bundeszentrale für politische Bildung der Deutsche Kinderschutzbund, das Europäische Zentrum für Medienkompetenz und die Aktion Jugendschutz arbeiten mit dem Institut Spielraum zusammen.

Institut Spielraum ermöglicht Dialog

Bei der Eltern-LAN können Mütter und Väter selbst die Faszination hinter dem gemeinsamen Spielen entdecken. (Quelle: Jürgen Sleegers)
Bei der Eltern-LAN können Mütter und Väter selbst die Faszination hinter dem gemeinsamen Spielen entdecken. (Quelle: Jürgen Sleegers)

 

Das primäre Ziel des Projekts besteht in der Schaffung eines offenen Dialogs über die Spielinteressen der minderjährigen Nutzer und die Sorgen und Bedenken der Erziehungsberechtigten. Spielraum möchte in diesem Zusammenhang den Blick für die jeweils andere Seite stärken und die Medienkompetenz in Sachen Computer- und Videospiele bei den Verantwortlichen erhöhen. Das ist wichtig, da Jugendliche diese Kompetenz nicht alleine aufbauen können.

Das weiß auch Sebastian Blumenthal (MdB, Vorsitzender Unterausschuss Neue Medien): Wichtig […] ist, dass wir Kinder und Jugendlichen bei diesem Lernprozess nicht alleine lassen, sondern sie begleiten, mit ihnen gemeinsam diese spannende Welt erkunden“.

„Die meisten Kinder und Jugendlichen wachsen völlig selbstverständlich mit Internet und Fernsehen auf“, sagt Dr. Angelica Schwall-Düren (Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes NRW). „Sie tun sich oft leichter als wir Erwachsene, mit neuen Technologien umzugehen.“ Durch ein Anleiten von Eltern, Pädagogen und Lehrern schafft das Institut Spielraum die nötige Kompetenz und somit Verständnis für die Sicht jüngerer Generationen – das etwaige Konfliktpotential kann so stark gemindert werden.

Eine Vielzahl verschiedene Projekte

Das Institut Spielraum hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 330 Veranstaltungen in ganz Deutschland durchgeführt und damit vielen Menschen das Thema Computer- und Videospiele näher gebracht. Dabei organisiert Spielraum Events für alle Zielgruppen, darunter auch für Abgeordnete und Politiker in verschiedenen Institutionen Deutschlands. Diese Veranstaltungen dienen dazu den Volksvertretern die Computer- und Videospielszene zu veranschaulichen und bietet Politikern die Möglichkeit sich ein eigenes Bild von Videospielen zu machen.

Das Institut Spielraum veranstaltet auch viele Aktionen in Schulen (Quelle: Jürgen Sleegers)
Das Institut Spielraum veranstaltet auch viele Aktionen in Schulen (Quelle: Jürgen Sleegers)

Besonders stark engagiert sich das Institut für die direkte Förderung von Medienkompetenz bei Schülern. So können sich Lehrer beispielsweise auf der Homepage zahlreiche erprobte Unterrichtseinheiten und Module kostenlos herunterladen. Außerdem rief Spielraum das Konzept der Schüler-Medien-Trainer Games ins Leben: Schüler der Oberstufe erarbeiten hier (soweit möglich) selbstständig ein Konzept, um im Rahmen von Unterrichtseinheiten die Medienkompetenz in den Klassen fünf, sechs und sieben zu fördern. Lars Klingbeil (MdB) begrüßt diesen peer-to-peer-Ansatz besonders: „Die ausgebildeten [Trainer] geben ihr Wissen und ihre Erfahrungen an nachfolgende Jahrgangsstufen weiter und übernehmen damit auch Verantwortung für jüngere Mitschüler.“

Die Eltern der Schüler hingegen können beispielsweise im Rahmen der gamescom beim play2gether gemeinsam mit ihren Kindern Spiele ausprobieren und dabei im Team spielen. Dabei steht nicht die Bewerbung konkreter Spiele, sondern das Sammeln von Erfahrungen im Vordergrund. Bei der Eltern-LAN hingegen können Mütter und Väter selbst die Faszination hinter dem gemeinsamen Spielen entdecken. Dabei bekommen sie pädagogische Hilfestellung und haben im Anschluss auch die Möglichkeit, gemeinsam mit allen Teilnehmern die gewonnenen Eindrücke zu diskutieren.

Lars Klingbeil beurteilt die Arbeit des Institutes sehr positiv: „So weit ich das aus der Ferne beobachten kann, hat sich das Institut Spielraum an der Fachhochschule Köln in den letzten fünf Jahren zu einer wichtigen Institution im Bereich der Computer- und Videospiele entwickelt.“ Dass das Institut Spielraum Projekte und Veranstaltungen für alle beteiligten Zielgruppen durchführt, sorgt für besonders viel positives Feedback: „Die Arbeit des Institutes ist ein guter Beleg dafür, dass die Vermittlung von Medienkompetenz eine ganzheitliche Aufgabe ist, die sich nicht auf einzelne Alters- oder Gesellschaftsgruppen beschränken darf“, meint Sebastian Blumenthal. Auch Dr. Angelica Schwall-Düren findet es wichtig, dass Kinder „Ansprechpartner im Elternhaus, aber auch in der Schule haben“. Gleichzeitig findet Sie die Arbeit bei den Jugendlichen selbst sehr wichtig: „Schülerinnen und Schülerlernen viel von Gleichaltrigen“.

Neben der Hilfe bei der Ausrichtung von Events, Tagungen oder Veranstaltungen kann jeder  auch sein persönliches Engagement einbringen. Durch den stetigen Ausbau des Netzwerkes werden stets neue Referenten und Experten für die Mitarbeit gesucht.

Sebastian Blumenthal ist der Meinung, dass Games heute ein Bestandteil unserer Kultur sind – das sehe ich genauso. Das Institut Spielraum leistet bei der Schaffung von Medienkompetenz hervoragende Arbeit. Ich persönlich freue mich daher auf die nächsten Jahre der gemeinsamen Zusammenarbeit und weitere spannende Projekte mit dem Institut Spielraum.

Weitere Links zum Thema:

Web: Homepage des Institut Spielraum (fh-koeln.de)

Web: Homepage der Fachhochschule Köln (fh-koeln.de)

Web: Homepage von Sebastian Blumenthal

Web: Homepage von Dr. Angelica Schwall-Düren

Web: Kontakt zum Institut Spielraum

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