veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2013

Livestreams: Mit Fernbedienung statt Controller

Teilen auf:

Im Zuge meines Beitrags über das Phänomen „Let’s Play“, wurde ich gebeten mich genauer mit dem Thema Livestreams und der Live-Übertragung von Computer- und Videospielen auseinander zu setzen. Die stetig wachsende Community ist so aktiv wie noch nie und täglich diskutieren tausende über aktuelle Ereignisse im eSport und neue Games. Verständlich also, dass sich die Spieler so viel wie möglich mit ihrem Lieblingsspiel beschäftigen möchten. Mittlerweile aber nicht nur aktiv, sondern häufig auch als Zuschauer.

Millionen Menschen in Deutschland setzen sich am Samstagnachmittag vor den Fernseher um sich ein Fußballspiel ihres Lieblingsvereins anzuschauen. Mittlerweile sind es aber nicht nur herkömmliche Sportarten, die die Menschen vor die Bildschirme treiben. Immer mehr Gamer verfolgen eSport-Meisterschaften über das Internet oder am Fernseher. Beim Zuschauen der Livestreams geht es aber nicht nur um das Spiel, sondern vor allem um die Interaktion mit der Community und den Spielern.

Livestreams sind im Internet eingerichtete Kanäle, auf denen Spieler ihr Können an Maus und Tastatur live unter Beweis stellen können. Besonders beliebt dabei sind die Übertragungen professioneller Spieler (Pro-Gamer), bei denen sich die Zuschauer die besten Tricks und Kniffe abgucken können. Schon seit einigen Jahren ist Streamen technisch möglich, doch erst seit das Thema Computer- und Videospiele in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, wird dieses Angebot zunehmend genutzt.

Die Interaktion innerhalb der Community erreicht bei den Livestreams ein ganz neues Level. In Echtzeit kann das Publikum im Chat mit dem Spieler kommunizieren, Fragen stellen oder sich über das Gesehene mit anderen Zuschauern austauschen. Das Streamen ist dabei nicht nur Profis vorenthalten. Jeder, der sein Können der Öffentlichkeit präsentieren möchte, kann sich kostenlos registrieren und losspielen. Angeboten werden die Livestreams kostenlos auf Internetportalen wie zum Beispiel Justin.tv. Dabei können die Zuschauer wählen, welches Spiel und welchen Spieler sie sich anschauen möchten, unabhängig vom Genre. Selbst Fußballverrückte, die am Wochenende noch nicht genug von der echten Fußballbundesliga haben kommen mittlerweile auf ihre Kosten. Im Rahmen der „Virtuellen Bundesliga“, die über FIFA 13 ausgespielt wird, werden an jedem Spieltag Livestreams zu einzelnen Partien angeboten.

Die Live-Übertragungen beschränken sich mittlerweile nicht nur noch auf das Internet. „FTW – For the Win“ heißt die Sendung die regelmäßig auf ZDF Kultur ausgestrahlt wird und eSport Events sowohl live im Netz, als auch im Fernsehen übertragt. Ein klarer Beweis dafür, dass professionelles Spielen auf ein immer größeres Interesse stößt. Streams bekannter Größen der Community erreichen regelmäßig eine Zuschauerzahl von täglich über 10.000. Persönlich denke ich, dass dieser Trend der Spielebranche helfen wird. Viele Sponsoren nutzen die Liveshows bereits, um für ihre Produkte zu werben und sorgen damit für ein stetiges Wachstum in dieser Industrie. Die eng verknüpfte, große Community steht dabei im ständigen Austausch miteinander. Eine sehr interessante Entwicklung, die der Spielebranche und der Akzeptanz von Computerspielen in der Gesellschaft auf Dauer sicherlich helfen wird.

Blog: Zuschauer statt Spieler: Das Phänomen „Let’s Play“

Blog: Sportspiele: Vom Rasen auf den Bildschirm

Blog: Strategiespiele: Von Schach bis Command & Conquer

Blog: Das Genre Survival-Horror

Blog: Der virtuelle Spielplatz

Web: ZDFkultur – For The Win

Web: Virtuelle Bundesliga

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *