veröffentlicht von Martin Lorber am 08. August 2010

Kulturrat fordert: Mehr künstlerische Experimente in Spielen

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Zwei Tage vor dem Start der gamescom, der größten Messe für interaktive Spiele und Unterhaltung, richtet sich Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, in einer Pressemeldung an die Verantwortlichen der Computer- und Konsolenspieleentwicklung und stellt eine gute Forderung: „Mehr Mut zur Kunst, bitte!“

Die Computerspieleindustrie solle mehr Mut zu künstlerischen Experimenten zeigen. Zimmermann fordert die Verantwortlichen auf,  „in Zukunft mehr künstlerischen Mut zu beweisen und entsprechende Experimente einzugehen“. Schließlich  sei die Computerspielebranche zu einem bedeutenden Faktor für die Entwicklung der Kulturwirtschaft in Deutschland geworden und das vorhandene Potential von Künstlern und Kulturschaffenden in diesem Bereich ließe noch ungeahnte Höhenflüge zu.

Ich finde den Einsatz von Herrn Zimmermann vor allem im Rahmen der bevorstehenden gamescom in Köln sehr lobenswert, bei der sich Firmen aus der ganzen Welt begegnen. Dass Unterhaltungssoftware auch länderübergreifend einen enormen kulturellen Wert besitzen kann, beweisen weltweite Phänomene wie die Lebenssimulation „Die Sims“ oder Will Wrights „Spore“, in dem Spieler die Evolution einer eigenen, außerirdischen Spezies formen und beeinflussen können.

In meinen Augen bieten vor allem die digitalen Vertriebswege (Steam, Xbox Live, PlayStation Network, Nintendo Wii Online-Service) spannende Möglichkeiten, auch so genannte Independent-Games zu verbreiten – immer wieder künstlerisch wertvolle Titel ohne hohe Produktionsvolumen. Und wenn man sich doch jene Spiele anschaut, die mit großen Budgets über Jahre entwickelt werden – dann fällt schnell auf, dass einige davon so genannte Fan-Modifikationen erlauben. Da wäre beispielsweise „Half-Life 2“, das mittlerweile als kreative Spielwiese für weitere Mini-Spiele dient. Hier schafft das Videospiel etwas, was viele andere Medien nicht schaffen: Junge Menschen beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Kunst und Kultur und interpretieren sie um. Publisher und Entwickler schaffen also mit ihren Spielen auch die Spielplätze für solche Interpretation.

Sie sehen also: Kreativität ist nach wie vor ein Motor der Videospiele-Industrie.

Weitere Links zum Thema:

Web: Deutscher Kulturrat e.V (www.kulturrat.de)

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