veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2011

KJM bewertet Jugendschutzprogramm positiv (Update)

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Screenshot JusProg (Quelle: jugendschutzprogramm.de)
Screenshot JusProg (Quelle: jugendschutzprogramm.de)

Ich habe ja bereits mehrmals in meinem Blog über Jugendschutzprogramme im Sinne des JMStV berichtet (siehe: Jugendmedienschutz: Politische Kehrtwende? und Interview mit KJM-Chef Prof. Ring). Nach nunmehr jahrelangen Bemühungen hat die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) mit JusProg nun erstmals ein Jugendschutzprogramm als positiv bewertet und eine Anerkennung innerhalb der nächsten sechs Monate in Aussicht gestellt. Meinem Erachten nach wurde hier ein wichtiger Schritt getan, um einerseits Kinder und Jugendliche im Netz zu schützen, Erwachsene dabei aber in ihrem Medienverhalten möglichst wenig zu beschränken und den Anbietern praktikable Lösungen anzubieten.

JusProg ist eine Art Filtersoftware, die Eltern auf den PCs ihrer Kinder installieren können. Jede Webseite, die aufgerufen werden soll, wird von dem Programm nach einem Label mit Informationen über die Jugendfreigabe abgesucht. Ein solches Label können Anbieter von Online-Inhalten selbst erstellen und einbinden. Weitere Jugendschutzinstitutionen, wie beispielsweise die USK, stellen ebenfalls Label-Generatoren und Informationsmaterial für die Betreiber zur Verfügung.

Update vom 22.September 2011:

Nachdem die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im letzten Monat erstmals ein erstes Jugendschutzprogramm als positiv bewertet hat, folgt nun die zweite Software, die den Anforderungen des § 11 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) entspricht.

„Jugendschutzprogramme sind ein wesentlicher Baustein eines modernen Jugendmedienschutz-Systems. Deshalb ist es ein großer Erfolg für die KJM, innerhalb von nur fünf Wochen nun schon das zweite Jugendschutzprogramm positiv bewerten zu können“, so der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring, in der aktuell veröffentlichten Pressemitteilung.

Den ersten wichtigen Schritt in Richtung Anerkennung hätte die Telekom mit ihrem Konzept für eine Kinder- und Jugendschutzsoftware damit gemeistert. Zwar kommt der Stein nun so langsam aber sicher ins Rollen aber es besteht noch jede Menge Nachholbedarf. Denn seit Inkrafttreten des JMStV im April 2003 haben es mit dem heutigen Tag gerade einmal zwei Programme geschafft, eine positive Bewertung von der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) zu erhalten.

Jugendschutzprogramme helfen nicht nur Eltern und Erziehern, Kindern geeignete Inhalte aus dem Netz freizuschalten und ungeeignete zu blockieren, sondern können auch Betreiber dabei unterstützen ihre Internetangebote ohne weitere Schutzmaßnahmen zu verbreiten. Voraussetzung dafür ist aber eine zutreffende Klassifizierung seitens der Betreiber, damit anerkannte Jugendschutzprogramme die Alterseignung erkennen können. Es ist zu wünschen, dass nach den erfolgreichen Konzepten in Zukunft weitere Anbieter folgen werden.

Weitere Links zum Thema:

Web: JusProg (jugendschutzprogramm.de)
Web: Label-Generator der USK (usk.de)
Web: KJM bewertet erstes Jugendschutzprogramm positiv (kjm-online.de)
Web: Definition des technischen Labels zur Altersklassifizierung in Telemedien (online-management-kontor.de)

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