veröffentlicht von Martin Lorber am 02. Februar 2013

„Haus der Computerspiele“ sucht neue Bleibe

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Eines sei schon einmal vorweg gesagt. Die laut dem Guiness-Buch der Rekorde größte Sammlung von Spielkonsolen und Heimcomputer der Welt sucht ein neues zu Hause. Nun ist es nicht so, dass der aktuelle Besitzer, der Journalist und Sammler René Meyer aus Leipzig, diese verkaufen oder verschenken möchte. Dieser strebt für seine Sammlung eine ständige Ausstellung in Form eines öffentlichen Museums an.

Seit etwa 20 Jahren schon sammelt René Meyer, der als Journalist mit dem Schwerpunkt digitale Spielkultur für verschiedene Medien sein täglich Brot verdient, alles Mögliche rund um Computer- und Videospiele. Mit ca. 6.000 Spielen, 5.000 Zeitschriften, 1.300 Büchern, 1.000 Spielkonsolen und Heimcomputern sowie diversen Controllern und Werbemittel umfasst seine Sammlung fast 20.000 Exponate.  Seine historischen Spielsysteme haben dabei sicherlich die stärkste Bedeutung. Seit 2007 besitzt er offiziell die größte Konsolensammlung der Welt. Inklusive Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde. Einen solchen Schatz möchte er natürlich der interessierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Unter dem Namen „Haus der Computerspiele“ wird die Sammlung in Form einer Wanderausstellung schon länger auf großen Messen wie der Gamescom, auf Spiele-Festivals und in Museen in ganz Deutschland gezeigt. Über zwei Millionen Zuschauer konnten damit nach eigenen Angaben schon erreicht werden.

In einem nächsten Schritt hofft Meyer seine Sammlung zu einem öffentlichen Museum mit einer ständigen Ausstellung umwandeln zu können. Noch steckt das Projekt in der Planung. Ein konkretes Ausstellungskonzept, die Finanzierung und der Standort stehen noch nicht endgültig fest.

Das private Engagement und die Begeisterung hinter dem Projekt „Haus der Computerspiele“ kann nur gelobt werden. Die Idee einer ständigen Ausstellung unter dem Dach eines öffentlichen Museums ist nicht abwegig, wie das Beispiel des Computerspielemuseum in Berlin zeigt. Die Ausstellung von Exponaten, wie der ersten Spielkonsole „Magnavox Odyssey“ oder unbekannter asiatischer Konsolen machen die Geschichte und die Entwicklung des Mediums physisch erfahrbar. Die Exponate sind interessante Zeugnisse unterschiedlicher Epochen einer digitalen Spielkultur und zeigen, welch einen Sprung nach vorne das dynamische Medium in der relativ kurzen Zeit gemacht hat. Für das kulturelle Erzeugnis „Spiel“ wäre es sicherlich eine gute Sache.

Weitere Links zum Thema:

Blog: Spiele in Museen

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 2 – der erste Crash und die Weiterentwicklung der Industrie

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 3 – die Goldenen Neunziger

Blog: Geschichte der Videospiele: Teil 4 – Die Jahre nach 2000

Blog: Steuerung und Controllerentwicklung – Kulturtechnik vs. Nadelöhr: Teil 1 – Die graue Vorzeit

Blog: Steuerung und Controllerentwicklung – Kulturtechnik vs. Nadelöhr: Teil 2 – Evergreen Gamepad

Blog: Steuerung und Controllerentwicklung – Kulturtechnik vs. Nadelöhr: Teil 3 – Gamepad Körper

Blog: Steuerung und Controllerentwicklung – Kulturtechnik vs. Nadelöhr: Teil 4 – Alternative Controller

Web: Computerspielemuseum

Web: Haus der Computerspiele

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