veröffentlicht von Martin Lorber am 10. Oktober 2011

Geschichte der Videospiele: Teil 4 – Die Jahre nach 2000

Teilen auf:

In meinen vorangegangenen Beiträgen habe ich mich bereits mit drei Jahrzehnten der Videospielgeschichte beschäftigt und möchte nun noch einen Blick auf die Entwicklungen im neuen Jahrtausend werfen. Viele Produkte die in den letzten elf Jahren erschienen sind, haben ihren Ursprung noch in den 1990er Jahren. Den Anfang machte die PlayStation 2 aus dem Hause Sony im Jahr 2000. Ein Jahr später folgte Nintendo mit dem GameCube und im selben Jahr brachte Microsoft mit der Xbox ihre erste Konsole auf den Markt. Jedoch mussten wir Europäer uns ein Jahr länger gedulden, bevor auch wir mit den neuen Konsolen spielen konnten.

Der Wettkampf um die Konsolen-Krone geht in eine neue Runde

Mit Microsoft gesellte sich ein weiterer Kandidat in die Runde der Konsolen-Hersteller und sorgte Anfang des Jahrzehnts für frischen Wind. Als Neuling musste sich die Xbox erst einmal etablieren und sich gegen die mächtige Konkurrenz aus dem Hause Sony und Nintendo behaupten. Zwar war auch noch Sega mit der Dreamcast aus dem Jahre 1998 vertreten, aber diese Konsole sollte in Zukunft keine größere Rolle mehr spielen und wurde 2001 eingestellt. Erfolgreich war hingegen die PlayStation 2, die seit ihrem Erscheinen über 150 Millionen Mal verkauft wurde.

Die Next-Gen Konsolen treten ihren Siegeszug an

 

PlayStation 3 (Quelle: Sony PlayStation)
PlayStation 3 (Quelle: Sony PlayStation)

Seit Mitte des Jahrzehnts dominieren Xbox 360, PlayStation 3 und Wii den Markt bei den stationären Konsolen. Während sich Sony und Microsoft mit ihren neuesten Modellen auf die Performance und Darstellung konzentrierten, ging Nintendo einen anderen Weg. Anders als die beiden Konkurrenten verzichtete man bei  der Wii auf eine hochgezüchtete Konsole und legte den Fokus auf die Steuerung. 2006 kam die Wii auf den Markt und konnte mit ihrer innovativen Bewegungssteuerung auch Menschen für Videospiele begeistern, die sich vorher nicht intensiv mit digitalen Spielen auseinander gesetzt hatten. Zwar gab es schon bei der PlayStation 2 eine Bewegungssteuerung (EyeToy) aber anders als bei Nintendo nutzte man diese Feature nicht als Hauptbestandteil der Konsole, sondern als Zusatzgerät, weshalb auch nur eine begrenzte Anzahl von Spielen entwickelt wurde.

Xbox360 mit Kinect (Quelle: Microsoft Xbox)
Xbox360 mit Kinect (Quelle: Microsoft Xbox)

Während Nintendo auf eine hochauflösende Darstellung verzichtete und sich auf das Spielprinzip konzentrierte, wollten Sony und Microsoft mehr als nur einfache Konsolen auf den Markt bringen. Beide Konsolen können Spiele in HD-Qualität wiedergeben und bieten genau wie Nintendo jeweils ein eigenes Netzwerk mit Entertainment Angeboten. Während das PlayStation Network für Multiplayer-Spiele kostenlos zur Verfügung steht, muss man bei Xbox Live ein kostenpflichtiges Abonnement abschließen. Microsoft kam bereits 2005 mit der Xbox 360 auf den Markt und erst 2006

(2007 in Europa) folgte die PlayStation 3. Grund für die Verzögerung bei Sony war unter anderem die Integration des Blu-ray Laufwerks. Microsoft hatte sich für HD-DVD entschieden und stellte einen externen Player zur Verfügung. Seit Erscheinen der beiden Konsolen gab es mehrere neue Versionen, bei denen unter anderem das Gehäuse, die Hardware und die Speicherkapazitäten der Festplatten geändert wurden. Inzwischen kann man Spiele auch in 3D genießen. Vorausgesetzt, man besitzt einen entsprechenden Fernseher.

Bewegungsteuerung auch bei Xbox 360 und PlayStation 3

PlayStation Move (Quelle: Sony PlayStation)
PlayStation Move (Quelle: Sony PlayStation)

Der Erfolg der Nintendo hat die beiden großen Konkurrenten dazu veranlasst ebenfalls in diesem Bereich tätig zu werden. Seit knapp einem Jahr ist Microsoft mit ihrer Bewegungssteuerung Kinect auf dem Markt vertreten und bietet eine Spielsteuerung, die komplett auf Controller verzichtet. Hier dient der Körper des Spielers als Steuerelement.  Bei Sony heißt die Lösung PlayStation Move und wurde September 2010  gelauncht. Im Gegensatz zu Xbox Kinect steuert man bei der PlayStation 3 wie gewohnt mit Hilfe von Controllern das Spielgeschehen.

Auch unterwegs wird gespielt

Neben den stationären Konsolen bietet der Markt tragbare Lösungen für unterwegs. Fast gleichzeitig erschienen 2004 die mobilen Konsolen Sony PSP und Nintendo DS. Während die PSP bis zum heutigen Tage rund 70 Millionen Mal verkauft wurde, konnte Nintendo mit 150 Millionen Exemplaren mehr als doppelt so viele Geräte absetzen.

iPhone, iPad und iPod Touch (Quelle: Apple)
iPhone, iPad und iPod Touch (Quelle: Apple)

Im Oktober 2009 brachte Sony noch die PSPgo auf dem Markt, die kleiner und leistungsfähiger war. Seit diesem Jahr ist auch der Nintendo 3DS verfügbar,  mit dem man auch unterwegs in 3D spielen kann. Ein Nachfolger für die PSP steht bei Sony mit der PS Vita auch schon in den Startlöchern und soll nächstes Jahr erscheinen.

Wer sich nicht eine separate Spielkonsole für unterwegs kaufen möchte, kann inzwischen in sehr guter Qualität auch auf seinem Smartphone oder seinem Tablet-PC spielen. Dank der mobilen Betriebssysteme Android und iOS gibt es auf den entsprechenden Plattformen auch genügend Spiele zur Auswahl. Aber auch auf Audio-Playern, wie dem iPod Touch, hat man die Möglichkeit, seine Computerspiele unterwegs zu genießen.

Die klassische Spiele-Plattform

Für viele Spieler ist der PC immer noch die erste Wahl, wenn man spielen möchte. Zwar muss man sich bei Konsolen keine Gedanken über die Hardware machen aber genau hier sehen viele Nutzer den Vorteil des PCs. Man kann jederzeit einzelne Komponenten austauschen, um sich dem Fortschritt der Spiele anzupassen. Somit sind Spielentwickler nicht durch technische Restriktionen eingeschränkt und können sich an den Möglichkeiten im Prozessor- und Grafikkartenmarkt orientieren.

Mit dem vierten Teil der Reihe schließen wir nun unseren Überblick auf die Welt der Videospiele ab.

Weitere Links zum Thema:

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600 (spielkultur.ea.de)

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 2 – der erste Crash und die Weiterentwicklung der Industrie (spielkultur.ea.de)

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 3 – die Goldenen Neunziger (spielkultur.ea.de)

Web: Die Entwicklung der Computer Spiele

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *