Sony PlayStation
veröffentlicht von Martin Lorber am 09. September 2011

Geschichte der Videospiele: Teil 3 – die Goldenen Neunziger

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In den bisherigen zwei Teilen der Beitragsreihe zur Geschichte der Videospiele habe ich einen Blick auf die Anfänge der Industrie geworfen (siehe Geschichte der Videospiele: Teil 1 und Teil 2). In meinem heutigen Artikel beschäftigte ich mich nun mit der Industrie zum Anfang der 1990er Jahre.

Der Beginn des Jahrzehnts stand ganz im Zeichen der 16-Bit-Konsolen: Segas Mega Drive und das Super Nintendo Entertainment System ermöglichten Spielern Zugriff auf technisch hochwertigere Videospiele. Auf Nintendos Konsole zählte beispielsweise Super Mario World mit über 20 Millionen verkauften Einheiten zu den erfolgreichsten Titeln – und bahnte dem damaligen Nischen-Phänomen der Videospiele den Weg in die Wohn- und Kinderzimmer einer immer größer werdenden Bevölkerungsschicht.

Sonys PlayStation erobert das Wohnzimmer

Sony PlayStation1995 ermöglichte dann die PlayStation einen der größten Technologiesprünge der Videospielgeschichte: Durch den Einsatz aktueller 3D-Hardware konnte die Konsole neben klassischen 2D-Spielen auch eindrucksvolle 3D-Grafik darstellen. Diese aufwändigeren 3D-Spiele benötigten allerdings mehr Programmdaten als üblich – diesem Problem nahm sich Sony an, indem sie die CD als optisches Medium für PlayStation-Spiele verwendeten. Auf diese Weise konnten sowohl umfangreiche Videosequenzen wie auch Musikstücke in Spiele integriert werden – ein Prinzip, das auch heute noch Gültigkeit besitzt. Durch immer aufwändigere 3D-Spiele legte die PlayStation als Plattform damals die Grundlage für einen Trend, der selbst heute noch aktuell ist: die zunehmende Inszenierung der Handlung von Videospielen, wie auch in TV- und Kinofilmen. Nintendo und Sega zogen mit eigenen Konsolen nach, den Erfolg der PlayStation erreichten beide Konsolen jedoch nicht.

Auf dem PC erschienen parallel dazu die ersten populären über LAN oder das Internet spielbaren Multiplayer-Spiele, wie beispielsweise Command & Conquer, bei denen mehrere Spieler mit- und gegeneinander antreten konnten – ganz wie bei Videospielkonsolen.

Das Potenzial der Vernetzung von Konsolen erkannten damals übrigens schon einige Publisher: 1996 veröffentlichte beispielsweise SEGA NetLink für Saturn, mit dem man im Internet surfen und E-Mails schreiben konnte. Für den Super Nintendo gab es außerdem ein Zusatzgerät, mit dem man sogar Demoversionen und Informationen auf die Konsole herunterladen konnte – allerdings über Satellit.

Auch Segas Dreamcast, die 1998 erschien, beherrschte 3D-Grafik, las Spiele von CD und ließ durch ihr Modem sogar erste Online-Rollenspiele zu, die allerdings eher als reizvolle technologische Speerspitze ein Nischenprodukt blieben. Erst in den 2000er-Jahren sollte sich dieses Genre weiter verbreiten.

Im nächsten Teil der Beitragsreihe zur Geschichte der Videospiele befasse ich mich mit der neuen Konsolengeneration rund um das Jahr 2000.

Weitere Links zum Thema:

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600 (spielkultur.ea.de)

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 2 – der erste Crash und die Weiterentwicklung der Industrie (spielkultur.ea.de)

Web: Spielgeschichte (biu-online.de)

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