veröffentlicht von Martin Lorber am 07. Juli 2011

Geschichte der Computerspiele: Der erste Crash und die Weiterentwicklung der Computerspielindustrie

Teilen auf:

Im zweiten Teil der Beitragsreihe zur Geschichte der Computerspiele werfe ich einen Blick auf die Zeit nach dem Atari 2600 (siehe Geschichte der Computerspiele: Teil 1). 1980 bis 1982 entwickelte sich der Spielemarkt rasant weiter, denn durch die steigende Popularität von Computerspielewollten zahlreiche Neueinsteiger schnelles Geld verdienen. Die Folge war eine Überschwemmung des Marktes mit qualitativ schlechten Produkten, die keinen Abnehmer fanden. Dieses Problem flankierend, spalteten die immer populärer werdenden Personal Computer die Gemeinschaft der Spieler in zwei Lager. 1983 führten diese Umstände zur ersten handfesten Krise der Spielebranche.

Hoffnung aus Japan

Diese Krise war vor allem in Amerika spürbar, Japan wurde weniger stark getroffen und so nutzten Firmen wie Nintendo die Gelegenheit für ihren Aufstieg. Nintendo konnte sich durch vorherige Projekte bereits Bekanntheit erarbeiten und veröffentlichte schließlich 1983 in Japan eine neue Konsole: den Famicom. Nachdem die Konsole auch in Amerika zum ersten Marktest im Weihnachtsgeschäft 1985 erfolgreich war, wurde sie fortan in ganz Nordamerika und ab 1986 auch in Europa unter dem Namen Nintendo Entertainment System (NES) vertrieben.

Erstarkt aus der Krise

Der Atari Lynx (Quelle: Jan Heitkötter)
Der Atari Lynx (Quelle: Jan Heitkötter)

Der wahre Durchbruch gelang Nintendo jedoch erst mit Hilfe zweier imaginärer italienischer Brüder. Durch den gewaltigen Erfolg von Super Mario Bros und dem daraufhin geschöpften Mut versuchten sich erneut zahlreiche US-Unternehmen im Bereich der Videospiele. 1985 verkauften mit Commodore und Atari gleich zwei Firmen ihre Konsolen auf dem heimischen Markt. 1986 wurde Electronic Arts zum führenden Softwareanbieter für den Amiga, nachdem das Unternehmen 1984 als erstes Unternehmen der Branche ein eigenes Vertriebsnetz aufbauen konnte.

Zum Ende der 1980er Jahre hatte sich der Markt durch die erfolgreichen Produkte gefestigt. Die Spielergemeinschaft hatte sich mittlerweile in PC- und Konsolenlager gespalten – eine Aufteilung die bis heute Bestand hat. Außerdem begann eine neue Art der Videospiele seinen Siegeszug: mobile Spielkonsolen. Weihnachten 1989 erschien in Amerika Nintendos Gameboy und ermöglichten jedem Spieler, seinem Hobby auch unterwegs nachzugehen. Auch Atari versuchte sich mit einer eigenen portablen Konsole: Der Atari Lynx verfügte zwar damals schon über einen Farbbildschirm, erreichte jedoch unter anderem aufgrund der niedrigen Batterielaufzeiten nicht die Popularität der Konkurrenz.

In meinem nächsten Beitrag zur Geschichte der Videospiele befasse ich mich mit Entwicklung der Industrie ab dem Jahr 1990.

Weitere Links zum Thema:

Web: Geschichte der Videospiele: Teil 1 – von Pong bis zum Atari 2600 (spielkultur.ea.de)

Web: Spielgeschichte (biu-online.de)

Web: Unternehmenschronik von Electronic Arts (pdf, ea.de)

Kommentare
  1. Werner sagt:

    Es wäre richtiger zu sagen, die Home Computer wie VC20, C64, Atari ST und Commodore Amiga (die formal zu den Personal Computer zählen, aber in der Realität Spielemaschinen mit Option auf ernsthafte Anwendungen waren) liefen den Konsolen ab 1983 den Rang ab. Anfang der 90er Jahre verschwanden die Home Computer, weil die IBM PCs mittlerweile auch für Privatleute erschwinglich wurden und den Markt zu dominieren begannen. Sie waren sehr gut „ernsthaft“ nutzbare Maschinen mit der Option zum Spielen. Allerdings wurden viele Leute von ihrer Komplexität abgeschreckt, was dann den Konsolen mit der PlayStation 1 1996 ein grosses Comeback ermöglichte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *